May the force be with you

Das gängige Datumsformat in den USA ist Monat/Tag/Jahr. Dazu hatte ich schon mehrfach geschrieben, so let’s not go there (again).

Worüber ich noch nicht geschrieben habe ist, dass die Amerikaner ihre Tage auch gerne benennen. Zum Beispiel ist heute PI-day. Warum PI? Nun, heute ist der 3/14. Naa? You get it? 3,14? Heute ist sogar super-PI-day, 3,1415.

Vor einigen Tagen war Star Wars day: May the fourth (be with you).

Supercool!

hehehe…

Nachtrag 2015-03-24: Es muss nauerlich heissen: “*in* einigen Tagen *ist* Star Wars day”.

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The world of Silicon Valley

Das Silicon Valley ist “the number one hot spot for high tech start up companies“. Es folgen auf Platz zwei Tel Aviv und dann Los Angeles, Seattle, New York, auf Platz 13 Sao Paulo und 15 Berlin. Mehr hier.

Ein Start-Up ist ein Unternehmen, dass (idealerweise) eine neue Idee hat oder ein neues Produkt und aber noch nicht weiss, wie es das zu Geld machen soll. Der Begriff ist hier so positiv besetzt, dass auch Unternehmen ohne Idee sich als Start-up bezeichnen, was im Grunde nicht mehr ist als eine poor excuse. Ein Start up ist per Definition defizitär, erwirtschaftet also Verluste. Oft machen Start-ups noch nicht einmal Umsatz, d.h. es kommt kein einziger US-Dollar herein, aber es werden schon Gehälter gezahlt fuer drei, fünf oder siebzehn Mitarbeiter.

Start ups sind zunächste einmal “pre-funding”, das bedeutet, die Unternehmensgründer stecken ihr Geld und ihre Zeit in die neue Idee. Diese Phase wird oft als “Seed funding” bezeichnet (Der Übergang ist fließend, manchmal ist Seed Funding auch schon extern).

Es ist das Jahr 1995, Larry und Sergey haben sich an der Uni kennengelernt und mit dem begonnen, was später Google werden sollte, sie sind pre-funding und stecken ihr eigenes “Seed funding” Geld in das Unternehmen (ihre Kreditkarten sind bis zum Limit ausgeschöpft).

An dieser Stelle kommen wir schon zum ersten großen Unterschied zwischen Deutschland und dem Silicon Valley. Die Unternehmen brauchen Geld fuer weiteres Wachstum und das kann aus verschiedene Quellen kommen. Die Deutsche Vorstellung dazu ist, dass das Geld von dem Unternehmen selbst verdient wird (organisches Wachstum) oder von einer Bank als Kredit gestellt wird.

Bei den meisten Startups im Silicon Valley funktioniert das nicht, weil nichts da ist, was Geld verdienen könnte oder was einer Bank als Sicherheit dient. Das Geld kommt also von Risikokapitalgebern. Da gibt es grundsaetzlich zwei, Angel Investors und Venture Capitalists. Angel Investors sind vermögende Privatpersonen, die einige 10 bis mehrere 100kUSD (100.000 USD) in eine Idee investieren, Venture Capitalists sind Institutionelle Anleger (Fonds), sie investieren ab einer bis mehrere Millionen USD, weniger nicht, sonst werden die Investments zu viele und zu kleinteilig.

Larry und Sergey haben inzwischen die Domain www.google.com registriert, es ist das Jahr 1997. Im August 1998 finden sie ihren ersten Angel investor, Andreas Bechtolsheim schreibt ihnen einen Scheck ueber 100.000 USD. Ein Investment, dass ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt machen wird. Google Inc. wird im September gegründet, das ist 16 Jahre her. (Andreas Bechtolsheim ist übrigens deutscher und Mitglied im Advisory Council der German American Business Association GABA).

10 Monate spaeter steigt der erste Venture Capitalist bei Google ein, Sequoia Capital investiert 25 Millionen in das kleine und weitgehend unbekannte Unternehmen. Der Rest ist bekannt. 

Die ersten Investoren in ein Start-up (First Round oder auch Round A) erhalten für ihr Investment Vorzugsaktien (Series A preferred shares). “Vorzugsaktien” bedeutet, dass sie von einem möglichen Verkaufserlös als erstes ihr Investment zurück erhalten, bevor die Unternehmensgründer und Mitarbeiter mit ihren gewöhnlichen Aktien (Common Shares) auch nur einen müden Dollar sehen. Warum die Mitarbeiter? Nun, dazu beim nächsten Mal mehr.

Venture Capital ist nur eine Form der Unternehmensfinanzierung, aber es ist die teuerste Form. Der Grund dafür ist das enorme Risiko der Investition, drei von vier enden im Totalverlust für die Investoren und nur etwa jedes siebte bis zehnte Investment zahlt sich aus. Und dann entstehen Unternehmen wie Docker, Airbnb, Twitter, Linkedin, Ueber, Dropbox, Tesla, Facebook, Amazon und Google, die es mit organischem Wachstum oder Bankkrediten nicht geben würde.

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Die Woche endet heute

Zumindest in den USA ist der Kalender verbreitet, in dem der letzte Tag der Woche der Samstag ist, Sonntag ist der erste Tag der neuen Woche. Das hat mich schon diverse Male verwirrt, denn damit ist zum Beispiel der dritte Tag der Woche der Dienstag und nicht der Mittwoch. Wer am Samstag Termine fuer den naechsten Tag machen moechte, muesste eigentlich fragen: “Hey, dude, what are your plans for Sunday next week (also known as: tomorrow)?” Aber das macht dann auch wieder keiner.

Das ganze ist zutiefst unlogisch. War es denn so, dass Gott gedacht hat: “Ach, mit der Welt, da kann ich auch morgen anfangen, heute haenge ich erstmal ab?” Nein, war es nicht, er hat sechs Tage geschuftet und am siebten Tag geruht. Das ist gut dokumentiert und kann nicht bestritten werden.

Was auch nicht bestritten werden kann, im Standard ISO 8601 ist klar geregelt: Montag ist der erste Tag der Woche. So viel zu den USA, koennen internationale Abkommen nicht einhalten und bibelfest sind sie auch nicht. Aber hingehen und unsere Staedte abfotografieren (von oben und von der Seite!). Neue Kalender drucken ist das Thema!

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Drei Jahre USA (and counting)

Drei Jahre sind der Zeitraum, nach dem ein Resident (so einer bin ich) oder auch legal alien (so einer bin ich auch) die amerikanische Staatsbürgerschaft bekommen kann, wenn er mit einem / einer US Staatsbürger / Staatsbürgerin (auch gleichgeschlechtlich) verheiratet ist. Er (oder sie, for that matter) wird damit zum Citizen. Welche Vorteile und welche Nachteile damit einhergehen, darüber müssen wir uns zu einem anderen Zeitpunkt unterhalten. Entscheidend ist jedenfalls folgendes: Ich könnte einer “von denen” werden.

Damit bin ich soetwas wie ein pre-Amerikaner und endlich berechtigt, über Land und Leute kompetent Auskunft zu erteilen. Nun, Auskunft geben, das habe ich auch bisher schon gemacht, das ist richtig. Mangelnde Kompetenz ist kein Grund, nicht trotzdem eine Meinung zu haben und darüber zu reden.

Meine Meinung ueber die USA hatte ich schon, bevor ich das erste Mal hier war. Dagegen habe ich noch immer keine Meinung zu – sagen wir mal – Tunesien, obwohl ich schon mal zwei Wochen da war. Aber ich bin immerhin damit nicht allein, der Satz “USA, keine Ahnung, ich war noch nie da.” wird in Deutschland immer ungesagt bleiben. Ich kenne sogar Menschen, deren Meinung über die USA sie davon abhält, das Land zu besuchen. Ein Kuriosum, indeed.

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Sie kommen zurueck!

Vor einiger Zeit hatte ich berichtet von unseren Freunden, die aus der Bay Area weg- und nach Kanada weiterzogen. Seitdem hatte ich auf meiner Wetter-App immer auch die Stadt Calgary in der Anzeige. Und da stand dann vor einigen Wochen: Temperatur -19 Grad, fühlt sich an wie -29 Grad. Gibt es einen Unterschied zwischen -19 und -29 Grad? Nun, “ohja!” habe ich mir erläutern lassen, -19 Grad ist saukalt, aber bei -29 friert alles sofort durch, wird schwarz und fällt ab.

Jedes Skypetelefonat mit den beiden hat uns daran erinnert, wie mild das Wetter hier ist. Es gibt ja nichts, was man nicht mit der Zeit vergisst: “Mild?!? Wir haben hier auch Temperaturen unter 15 Grad oder über 27 Grad. Eine Zumutung ist das!” Ja, genau, und deswegen bin ich auch ‘in the market‘ für Hausschuhe mit Lammfellinnenfutter. Sooo! Kuschlig!

Jedenfalls kommen die beiden im April wieder zurück und das sind großartige Nachrichten. Fast zwei Jahre waren sie dann weg und das ist beachtlich. Wir haben seinerzeit nur 18 Monate geschafft.

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The fridge – Trivia

Als vor einigen Wochen unserer Kühlschrank ausgefallen war, hat sich diese Kalamität rasch in der Nachbarschaft herumgesprochen und es fehlte nicht an Angeboten, unsere Tiefkühlware für die Zwischenzeit sicher unterzubringen. Ein Nachbar kam einfach vorbei, drückte uns seinen Hausschlüssel in die Hand und ließ uns wissen, er sei mit seiner Familie im Urlaub und wir mögen bitte seinen Kühlschrank nutzen.

Also schlurfte ich fortan für jeden Joghurt und jede Milch und zu jeder Tages- und Nachtzeit und irgendwann auch in jedem Outfit über die Strasse nach dem funktionierenden Kühlschrank hin.

Wir haben uns mit einer Flasche Wein für die Hilfe bedankt. Ich habe noch gedacht, eine Weinflasche oder lieber zwei? Aber dann hat e. gemeint, bei zwei Flaschen ist es vielleicht zu offensichtlich, dass wir keinen Wein trinken und sich die Geschenkflaschen hier stapeln.

Nun waren die Nachbarn letzte Woche wieder im Urlaub (Hawaii), ich habe die Post reingeholt und zum Dank gab es zwei (!) Flaschen Wein zurück.

Mir ist auch klar, dass niemand das Zeug mehr haben mag. Es ist aber auch niemandem geholfen, wenn wir uns die Bestände über die Strasse hinweg gegenseitig zuzuschieben. Ich glaube wir müssen nun schauen, wie wir das Thema wieder deeskalieren. Am Ende sind wir sonst in einer Situation, in der ein Mal zu freundlich gegrüsst, schon “zack” Weinflasche.

Das Silicon Valley ist vermutlich eine der modernsten und fortschrittlichsten Gegenden dieser Welt. Aber die gesellschaftlichen Normen halten mit der rasenden Entwicklung nicht Schritt. Sonst würden wir schon lange Gutscheine für den Google App Store verschenken und nicht Fusel in verkorkten Flaschen. Das ist echt so 2011!

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Der Kapitalismus funktioniert nicht

Unser Kühlschrank war schon immer laut. Wenn der Kompressor anging, unterbrachen Gäste im Wohnzimmer schon mal ihre Ausführungen, hielten kurz in ihrer Gestik inne und versuchten sich an einer Abschätzung, ob den wohl Gefahr drohe. Übernachtungsgäste fanden sich auch schon mal vollkommen übernächtigt am Frühstückstisch ein und erkundigten sich nach dem infernalischen Krach letzte Nacht.

Ja, der Kühlschrank war nicht unbedingt die Perle dieses Haushaltes und daher haben wir seinen dramatisch inszenierten Zusammenbruch zwar mit angemessenem Bedauern, aber auch mit zurückhaltender Freude zur Kenntnis genommen.

Nun muss man sich mal vorstellen, dass Kühlschränke im Silicon Valley zwei Wochen Lieferzeit haben, nicht für Geld und gute Worte bekommt der Kunde sofort einen. Wir haben also zwei Wochen ohne TK-Kost gelebt, das ist so 80er!

Inzwischen ist der neue Kühlschrank lange da, ein echter amerikanischer Kühlschrank, ich liebe ihn.

Gestern morgen habe ich mir zum Frühstück zwei Eier gekocht, eins habe ich gegessen, das andere habe ich im Kühlschrank verlegt. Ich bin sicher, es ist da irgendwo drin, aber ich kann es nicht mehr finden. Und ich kann doch jetzt nicht nur für ein Ei den ganzen Kühlschrank ausräumen. Da koch ich mir einfach ein neues.

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Radfahren in SC

Die Berliner Polizei ist dieser Tage mit der Idee um die Ecke gekommen, jeder Radfahrer solle gesetzlich zum Tragen einer Warnweste gezwungen werden, der besseren Sichtbarkeit wegen. Gute Idee, aber warum nicht gleich fluoreszierende Kleidung und das orange Rundum-Blinklicht auf dem Kopf?

Die Regelungen bei uns zum Thema Fahrradfahren sind überschaubar, ein Fahrrad hat eine Bremse zu haben (eine genügt) und Lichter vorne und hinten. Auf dem Fußweg fahren ist nicht verboten, wer auf der Strasse fährt, muss sich an die Verkehrsregeln halten. Strenggenommen auch an Stop-Zeichen, aber das macht wirklich niemand. Und Radfahrer unter 18 Jahren müssen einen Helm tragen. That’s it, you are good to go.

Ein Fahrrad kann ein Statussymbol sein, z.B. als Mountainbike der Firma “Santa Cruz”, vollgefederter Rahmen aus Karbon, Scheibenbremsen vorne und hinten, leichter als drei Tütchen Milch und teurer als unser Auto. Wenn ich groß bin, will auch mal so eins.

Als ich kürzlich mal mit meinem Fahrrad beim Händler war, da war das Interesse groß, Speichenreflektoren, Reflektoren vorne und hinten, fest verbaute Beleuchtung und vor allem der Dynamo, der “Mini-Generator” mit den beiden Drähtchen nach vorne und hinten: ” Hey Mike, come and have a look here, it’s a German bike!” Ich hatte schon den Edding in der Hand und war bereit, mein Autogramm auf T-Shirts und Basecaps zu schreiben, aber daran war dann auch wieder niemand interessiert.

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Drei Jahre USA

Drei Jahre. Fuer einen Hamster ist das ein ganzes Leben (und fuer ein Kind eine traumatische Erfahrung). Drei Jahre USA jedenfalls sind eine super Sache. Aber das hatte ich auch schon letztes Jahr geschrieben. Und das Jahr davor.

On an unrelated Note, letztes Jahr habe ich diesen Beitrag in der FAZ gelesen, darin beschreibt der Autor die verschiedenen Aspekte bei der Ermittlung der richtigen Umsatzbesteuerung fuer die Weihnachtstanne (und verschiedene Moossorten).

Wir haben Krueppelchen (wie Ihr ja wisst) oben in Bonny Doon gekauft. Der Verkaeufer nannte mir den Preis und erklaerte noch, Umsatzsteuer wuerde er nicht erheben, an Umsatzsteuer glaube er nicht (“I don’t believe in sales tax.”).

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Ich glaube, unsere Tanne muesste eigentlich oben noch mal einen halben Meter weitergehen. So wirkt sie etwas… gedrungen. Die Kugeln kashieren das etwas und lenken das Auge weg von… der Problemzone. Das Konzept kennt man ja aus der Modebranche. Da werden Klamotten in Uebergroessen auch schon mal mit dicken Punkten in grellen Farben bedruckt. Dann glotzt jeder auf die Punkte und vergisst den Rest.

Morgen fliegt die dicke Tanne hier raus.

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Ach, Weihnachten!

Wir haben einen Baum. Es ist unserer erster, wir hatten noch nie einen eigenen. Und er war nicht einfach zu beschaffen, die Amerikaner kaufen Weihnachtsbäume schon recht früh, sozusagen, und wir konnten also nur noch danach gehen, welcher Baum am meisten unser Mitleid verdient. Und ich bin zuversichtlich, dass wir den besten gefunden haben.

Krüppelchen steht nun also seit zwei Tagen bei uns im Carport und wirft Nadeln ab. Ich hoffe, dass er genug hat, um optimistisch vielleicht sogar bis zum zweiten Weihnachtstag durchzuhalten. Wir werden ihn schmücken, wir werden ihn liebhaben und wir werden uns nichts anmerken lassen.

Und vielleicht kommen Nacktbäume in Mode? Ich glaube wir hätten als Europäer im Viertel genug street-credibility, um den Trend loszutreten. I will keep you posted!

Fröhliche Weihnachten!

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