Shiva, der Gott der Zerstörung

Den 4. Tag unserer Reise starteten wir damit:

Wo ist der Haifischzahn?

 

 

 

 

 

 

 

Der Suche nach Haifischzähnen. Die Stadt Venice ist “Shark’s Tooth Capital of the World” und an diesem Strand sollen die meisten überhaupt gefunden werden. Gefunden aber haben wir nichts, bevor uns nicht eine ältere Dame gezeigt hat, wie es geht und wonach wir schauen müssen. Die Haifischzähne sind schwarz und liegen nicht im Sand sondern zwischen den Muscheln. Mit diesem Wissen bewaffnet sah unsere Ausbeute nach etwa einer halben Stunde so aus:

Haifischzähne aus der Frühlingskollektion eTikay

 

 

 

Im oberen Bild liegt der Haifischzahn etwa einen Fingerbreit unterhalb der großen Muschel in der Bildmitte. Das Bild ist gestellt.

e. auf der Suche nach Haifischzähnen

 

 

 

 

 

 

 

Die Fahrt ging weiter nach Petersburg zum Besuch des Museum of Fine Arts, der Eintritt war happig und die Ausstellung ein Rundumschlag von antiken griechischen und ägyptischen Gefäßen über indianische Waffen, Fotos von 9/11, Ölgemälden (immerhin z.B. von Monet) und was auch immer sonst der Museums-Beschaffungstruppe so vor die Flinte gerät. Immerhin, bei dem breiten Spektrum ist für jeden etwas dabei, für mich konkret die Bronzene Figur der Shiva aus Indien, 19. Jahrhundert:

Shiva als Nataraja

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Hinduismus wirkt der Gott Brahma als Schöpfer, der Gott Vishnu als Erhalter und der Gott Shiva als Zerstörer, so jedenfalls der erläuternde Text. Das Konzept gefällt mir, es wirkt schlüssig.

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Sturm auf Sanibel Island

Was hatten wir nicht für Pläne geschmiedet, nachdem wir den Abend vorher glücklich, aber erschöpft eine nicht mehr ganz taufrische aber bezahlbare Strandhütte im Beachview Cottages geschossen hatten: Früh aufstehen, Schwimmen im Golf und Fahrradtour zum Park. Jedoch stürmte es Regen am 3. Tag unserer Reise und zwar nicht nur etwas Niesel und leichter Wind, bei dem wir auch schon sofort aufgegeben hätten. Es stürmte richtig und der Wind pfiff durch unsere Strandhütte. Wir schliefen also aus und ließen uns Zeit vor der nächsten Etappe bis Venice.

Stürmischer Golf bei Sanibel Island

 

Beachview Cottages, auch im Sturm

Fotos in einer Regenpause

 

 

 

 

 

 

 

Den Tag vorher war der Golf noch ruhig, wir saßen nah der Wasserkante. Ein Schmuckreiher patroullierte vorbei, den Blick fest auf seinen Fischbestand gerichtet. Von  uns nahm er keine Notiz. Der Vogel war einmal vom Aussterben bedroht, seine Kopffedern waren für Frauenhüte begehrt. Heute wird Rücksicht auf die Tierwelt genommen, Vögel am Strand werden umgangen, auf der Straße bringen sie den Verkehr zum stehen. Eine Bewohnerin hat uns dazu erläutert, mit den Vögeln würden sie schon fertig, aber wenn sich die Krokodile im Sommer auf dem warmen Asphalt sonnen, müsse “Animal Control”  anrücken, das dauere Stunden und der Verkehr kollabiere vollkommen. Schlimm sei das.

 

 

 

 

 

In Port Charlotte war es Zeit für das Mittagessen und bei Bob Evans “Where strangers are treated like friends and friends like family” war es so voll auf dem Parkplatz, dass wir ein gutes Gefühl hatten und einkehrten. Wir waren mit Abstand die jüngsten Gäste, im Eingangsbereich waren ein Rollstuhl und zwei Rollatoren abgestellt und von dem uns zugeteilten Sitzplatz konnten wir beobachten, dass drei der vier Behindertenparkplätze belegt waren. Sonst war alles wie in jedem guten amerikanischen Diner, eine Bedienung lief mit einer Kanne herum, darin Chlor, viel Eis und etwas Wasser. Wer wollte bekam daraus nachgeschenkt. Unsere Bedienung fragte gleich, woher wir seien. Sie war noch nie außerhalb von Florida, aber ihre Tochter … auch nicht. Aber sie plane für Ihre Kirche nach Peru zu gehen. Darüber geriet ihre Mutter etwas ins Schwärmen. Tiefbesorgt zeigte sie sich über e.s Bestellung, kein Fleisch im Salat? Vegetarierin, achso, ja? Vielleicht extra Nüsse wenigstens?

Im County Charlotte leben prozentual so viele über 65jährige wie sonst nirgendwo in den USA, hier steht die Alterspyramide Kopf. Ein hochbetagtes Pärchen hat keinen Behindertenausweis, die Schritte vom Parkplatz bis in den Bob Evans sind ein relevanter Anteil der gesamten Anreisezeit, Schritt für Schritt kommen sie voran. Eine Rentnerin in einem roten Elektro-Dreirad kürzt über den Parkplatz ab, sie zieht an unserem Pärchen vorbei. Die beiden bekommen schließlich einen Platz zugewiesen, sie sind dahin unterwegs derweil er ihr ganz “casual” an den Hintern fasst. Hoffentlich seine Frau, Sodom und Gomorra.

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Rentnerparadies Florida

Praktisch der gesamte Süden Floridas besteht mehr oder weniger aus Sümpfen, etwa ein Viertel davon ist als Everglades National Park als Schutzzone ausgewiesen und wird auf den ursprünglichen Zustand zurückgebaut, wo das erforderlich ist. Die Begeisterung für dieses Naturschutzgebiet vergrößert sich noch, wenn die Eindrücke etwas Zeit hatten. Der Anhinga Trail ist besonders hervorzuheben – wie ich auch gestern schon schrieb. Der Namensgeber ist er hier:

Anhinga

 

 

 

 

 

 

 

Der Anhinga gehört zu der Gruppe der Kormorane, er jagt Fische, indem er im Wasser nach ihnen taucht und sie mit seinem spitzen Schnabel aufspeert. Sein Gefieder ist nicht wasserabweisend, um keinen Auftrieb zu erzeugen. Zum Fliegen muss das Gefieder aber erst wieder trocknen. Es ist anscheinend nicht bekannt, welche Lebenserwartung der Vogel hat.

Anhinga Trail

 

 

 

 

 

 

 

Der Anhinga Trail ist am Anfang des Nationalparks. Von dort geht es gut eine Stunde auf der Main Park Road bis nach Flamingo, rechts und links sind immer wieder Aussichtspunkte und Trails. Die Stadt Flamingo wurde im Zuge der Park-Renaturierung ebenfalls zurückgebaut, bis nur noch einige wenige Häuser unter anderem für die Parkranger standen. Dann kam 2005 der Hurrikan Wilma, und heute besteht Flamingo praktisch nur noch aus einem Campingplatz. Nach einer kleinen Bootstour haben wir zum Einbruch der Nacht den Rückweg in die Zivilisation angetreten. Während der Dämmerung fuhren wir durch einen Nebel aus Mücken, es hörte sich an wie eine Fahrt durch Regen.

Der Mazda hat sich an der Stelle mit uns einen kleinen Scherz erlaubt und das “Engine Warning Light” ging an. In so einer Situation ist ein Deo gut, das nicht gleich aufgibt. Diese Leuchte aber – das muss man wissen – ist bei Autos in den Staaten soetwas wie ein allgemeiner Hinweis auf alle möglichen durchweg kleineren Probleme. In unserem Fall stellte sich heraus, dass der Ingenieur der Reisegruppe den Tankdeckel nicht vernünftig zugeschraubt hatte, die Lusche. Offengestanden ist mir aber auch nicht bewusst, dass es in Deutschland dafür überhaupt eine Leuchte gibt.

Wir haben uns übrigens von den Namensvorschlägen frei gemacht und den Mazda “Diego” getauft.

Am Tag 2 unserer Reise ging es dennoch kurz zum Hondahändler zum Auslesen der Fehlermeldung (tatsächlich Tankdeckel, wie peinlich) und anschließend über die Interstate 75 an die Golfküste. Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass der Blog unter dem Bild oben um eine Karte bereichert wurde. Ich werde mich bemühen, die Karte tagesaktuell zu halten. Ich denke, das spart uns jeden Morgen Zeit beim telefonischen Erläutern, wo wir denn genau sind. Heute also im Motel 6 in Venice. Die Beschreibung allerdings wird einen Tag früher enden, wir waren froh, gestern Abend in Sanibel Island ein einigermaßen bezahlbares Bett gefunden zu haben. Vorher allerdings haben wir die Golfküste bei Naples erreicht, eine der reichsten Städte der USA. Das Durchschnittseinkommen liegt drei Mal so hoch wie im Durchschnitt der USA. Bill Gates hat hier ein Haus, bei nur 22 Tausend Einwohnern könnte das schon die Erklärung sein. Naples ist aber auch eine sehr alte Stadt, jeder zweite Bewohner ist älter als 61 Jahre (Das bedeutet aber nicht, dass das Durchschnittsalter 61 ist).

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Everglades

Am Morgen des 9. Januar 2012 haben wir unsere Koffer gepackt und das kleine Haus geräumt, die wir für 10 Tage gemietet hatten. Zum ersten Mal in unserem Leben können wir unsere Schritte lenken, wohin wir wollen. Wir haben keine Verpflichtungen und keine nicht selbstgesteckten Ziele. Wir haben keine Schlüssel außer dem Autoschlüssel. Ist das Freiheit? Ich denke ja, soweit das die Möglichkeit betrifft, kurzfristig und unabhängig Entscheidungen zu treffen. Ich denke aber auch nein, weil es zu kurz greift. Die Entscheidungen, die wir treffen, bestimmen das Leben, das wir führen. Freiheit ist die geistige Haltung, sich darüber im Klaren zu sein, dass wir die Entscheidungen wahrhaftig treffen können. Eng gefolgt von dem Vertrauen in sich selbst, das auch zu wagen. Beide Erkenntnisse habe ich e. zu verdanken.

Das war jetzt schwere Kost, daher zunächst weiter mit Frohsinn und Halligalli. Fotos vom Anhinga Trail in den Everglades, eine Meile aufgeschüttete Wege und Stege durch den Sumpf:

“We are grateful for this gift to our nation” steht auf einer Plakette am Anfang des Weges. Und so scheinen sich die Amerikaner auch zu verhalten, die Tiere sind so tiefenentspannt, dass ich hätte überprüfen können, ob Krokodile Mandeln haben. Aber ich hatte keine Zeit. Der Park ist sehr gepflegt, Ranger geben Führungen, beantworten Fragen und sorgen für Ordnung und Sauberkeit. Der Anhinga Trail ist am Anfang des Everglades Nationalparks, wir sind im Anschluss noch eine Stunde bis zum Städtchen Flamingo gefahren. Auf dem Rückweg hat unser Mazda … aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

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Aventura Mall am Samstag – fail!

Mit der Überschrift ist im Grunde schon alles gesagt, die Aventura Mall am Samstag zu besuchen ist schlicht ein Fehler. Die Mall prahlt auf ihrer Homepage mit 245.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und 28 Millionen Besucher im Jahr. Die geben im Schnitt pro Besuch 340 USD aus und brauchen dafür etwas mehr als zwei Stunden. Die Verkaufsfläche entspricht übrigens relativ genau der Fläche des Marsfeldes am Eifelturm in Paris und bei meinen Recherchen dazu bin ich darauf gestoßen, dass eine Standardrolle mit 250 Einheiten Toilettenpapier eine Fläche von 3,5 Quadratmetern abdecken kann (diese Erkenntnis bin ich zu teilen bereit). In dieser riesigen Mall gibt es jedenfalls eins nicht und das ist ein Buchladen. Deswegen waren wir da und deswegen auch waren wir schnell wieder weg, also deutlich unter zwei Stunden und noch beim Startwert vom Null Dollar. Frustration bei e., sie zeigte auf dem Weg hinaus auf ein Paar hochhackige Schuhe mit Leopardenmuster und stellte fest: “Wer solche Schuhe trägt, liest halt keine Bücher.”

Morgen endet unser Mietvertrag in Hollywood, FL, und die Fahrt Richtung Westen beginnt. Ziel sind die Everglades in Florida (kurzfristig), San Diego in Kalifornien (mittelfristig) und San Francisco ebenda (langfristig).

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T-Mobile USA

Wer aus Deutschland auswandert, hat den Vorteil, soweit das nicht sogar die Motivation ist, dass er nichts mehr mit den Brüdern in Magenta zu tun hat. Was könnte der Grund sein, im neuen Land gleich einen Mobilfunkvertrag bei T-Mobile abzuschließen? Segelt da jemand intellektuell am Limit und hat den Zusammenhang nicht hergestellt? Kann den vielleicht auch nicht herstellen, wie fürchterlich? Kehren wir dieser traurigen Hypothese den Rücken, es gibt einen zweiten Grund. Schauen wir aber zunächst auf die vergleichende Übersicht der Verwendung der UMTS Frequenzen in Deutschland und USA:

Frequenz Anbieter D Anbieter USA N900 fähig?
 2100 MHz E+, T-Mob, O2, Vod. keiner ja
1900 MHz keiner AT&T, T-Mob. nein
1700 MHz keiner T-Mob. ja
  900 MHz keiner keiner ja

In Deutschland wird nur die 2100 MHz Frequenz für UMTS genutzt und damit kommt mein N900 klar. Da es ein UMTS Tribandhandy ist, kommt es auch noch mit den Frequenzen 1700 MHz und 900 MHz (z.B. Südafrika, Thailand, Dom. Rep.) zurecht. In den USA jedoch ist nur T-Mobile auf 1700 MHz für mein N900 zu empfangen. Es gibt noch zwei weitere große Mobilfunkanbieter, Sprint und Verizon, aber die sind vollkommen woanders unterwegs und zu europäischen Telefonen gänzlich unkompatibel.

Spätestens also wenn der hoffnungsvolle Neuankömmling realisiert, dass er sich wird mit T-Mobile auseinandersetzen müssen, tja, da wird dann klar, ganz einfach wird der Neuanfang nicht.

Zunächst aber etwas Grundlagenarbeit: Was wir in Deutschland unter Prepaid verstehen, wird hier aufgeteilt nach “Pay as you go” und “Monthly Plan”. Beide Vertragsformen werden vorab bezahlt, aber beim ersten ist die nächste Rate fällig, wenn die gekauften Telefonminuten oder die Anzahl Textnachrichten aufgebraucht sind. Beim zweiten auch oder wenn der Monat um ist, was immer zuerst eintritt. Das klingt gegenüber den ersten nachteilig und ist es auch. Daher würde niemand diese Verträge abschließen, gäbe es die Datentarife nicht nur dort. Preislich geht es dafür bei gewaltigen 60 USD im Monat los. Außer bei diesem 30 USD Sondertarif der T-Mobile. Den bekommt aber nicht jeder, nahaaaiiin! Den gibt es nur für widdergeborene Handwerksmeister mit vier Kindern und nur in ungeraden Kalenderwochen. Oder so ähnlich. Jedenfalls sind die Bedingungen so verworren, dass ich im ersten Versuch phänomenal versagt habe, an diesen Vertrag zu kommen. Diverse Besuche im T-Mobile-Shop, Telefonate mit der Hotline, diverses Weiterverbunden werden, immer dieselbe Wartemusik, Registrierungen im Internet usw. usw. Ich habe eine Woche gebraucht, zu verstehen wie es geht und habe den Vertrag gestern bekommen. Aber ein einziger Fehler bei den monatlichen Verlängerungen, ein einziger nur, und es geht alles wieder von vorne los.

Fort Lauderdale hat etwa 165 Tausend Einwohner und 42 Tausen Yachten. Die Stadt gilt wegen der vielen Kanäle als das das Venedig der USA und ist 1911 gegründet worden. Damit ist die Stadt letztes Jahr einhundert geworden, ist das nicht großartig?

Fort Lauderdale - 100 Jahre alt / jung

Fort Lauderdale Beach

Pictures by e.

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Test the Key West

Nun steht sie auf dem Hof, die neue Karre. Noch ohne Namen, aber das werdet Ihr ja ändern, richtig? Ich erwähne derweil nebenbei, dass es ziemlich viel Papierkram ist, den Wagen zuzulassen. Darum kümmert sich der Verkäufer (ein lokales Honda Autohaus). Die Versicherung dagegen war unsere Aufgabe und das war einfach, es gibt vier große Autoversicherungen, die US-weit aktiv sind. Davon haben wir eine ausgesucht, angerufen, den Versicherungsumfang ausgewählt und per Kreditkarte bezahlt – fertig. Damit haben wir schneller ein neues Auto, als ich einen Mobilfunkvertrag von T-Mobile. Prepaid wohlgemerkt. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. Heute steht die noch namenlose Karre im Fokus und der Härtetest, dem wir sie unterzogen haben: Wir sind nach Key West gefahren, zwei Mal 180 Meilen (nämlich hin und zurück, ja ich sachs ja nur).

Key West hält große Stücke darauf, dass Ernest Hemingway hier einige Jahre gelebt hat. Das gilt aber auch für sehr viele andere Städte und Orte auf dieser Welt, Ernest ist viel herumgekommen. Zweiter Versuch: Key West reklamiert den Südlichsten Punkt des Amerikanischen Festlandes für sich. So sieht der aus:

Südlichster Punkt des USA - Festlandes

 

Kritische Geister könnten mit dem Einwand kommen, von “Festland” könne eigentlich keine Rede sein, auch wenn die vielen Inseln über Brücken erreichbar sind (eine davon sieben Meilen lang). Ist das nur billige Provokation? Und ist der Punkt wirklich der südlichste? Uuups.

 

 

Dritter Versuch: Key West ist ein Örtchen mit Charakter Und das passt jetzt endlich.

 

 

 

 

 

 

 

Den Härtetest hat unser Mazda bestanden. Klar. Ich gehe davon aus, dass er (oder sie) uns gut bis San Francisco bringen wird. Der Tempomat funktioniert jedenfalls und das ist das wichtigste. Ja, klar, damit man sich auf langen Geradeausstrecken in Texas (nicht nur aber zum Beispiel) hinten ein paar Stullen schmieren kann, ohne deswegen gleich irgendwo ranfahren zu müssen.

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Da!

Wir haben es geschafft – das ist unser neues Familienmitglied. Wie soll’s heißen?

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Die Suche nach einem Auto

Mir ist schon klar, dass Beiträge ohne Bilder im Grunde achtlos beiseite gelegt werden. Bilder werden verlangt, bewegte im Ideal. Genauso trist wie das tumbe Bewältigen langer Buchstabenreihen ist auch die Suche nach einem Auto in den USA. Hinzu kommt, dass wir uns zum ersten Mal auf einem Gebiet bewegen, in dem wir uns nicht mehr auskennen. Wie funktioniert Autokauf in den Staaten? Worauf ist zu achten, was ist anders? Woher bekommen wir eine Versicherung? Bekommen wir die Karre überhaupt zugelassen, wenn wir keinen Wohnsitz in Florida haben?

Zunächst haben wir uns rasch eingeschossen auf ein japanisches Fabrikat, nicht zuletzt wegen der guten Erfahrungen mit dem Mazda 626, der außer Sprit, Öl und neuen Bremsbacken trotz seines biblischen Alters nie irgendwelche Ansprüche angemeldet hat. Derweil in den Oberklassewagen aus Stuttgart oder München schon in jungen Jahren alle möglichen Lämpchen angehen oder ausfallen. Ich weiss aus sehr zuverlässiger Quelle von einem 6-jährigen Münchener Modell, da hätte ohne den kompletten Austausch des zentralen Kabelbaums die Warnung “Niveauregulierung defekt” nie den Weg ins Cockpit gefunden. Ein US-Autohändler meinte zum Thema deutsche Autos: “There is too much going on”. Leider sehen die meisten Amerikaner das so, daher sind japanische Autos reichlich teuer, gefolgt von amerikanischen Modellen. Letztere sind zwar nicht besonders zuverlässig, aber immerhin noch vom letzten Mechaniker in Texas mit einer Rohrzange und etwas Paketklebeband wieder instandzusetzen. Am absolut unteren Ende der Preisskala entstehen unter Volkswagen (“Wee-Dabbelju”) auf Autohöfen wunderschöne kleine Naturbiotope (“Maintenance nightmare”).

Autohändler gibt es hier in der Gegend reichlich. Ich möchte die nach unseren Erfahrungen der letzten Tage in drei Gruppen einteilen: mit guten Willen beim Bewerter einigermaßen seriös, unseriös und vollkommen unseriös. Die erste Gruppe sind Neuwagenhändler, die Gebrauchtwagen in Zahlung nehmen und davon die guten an Kunden weiterverkaufen und die schlechten an die Gruppen zwei und drei weiterverschieben. Die unseriösen aus zwei und drei dengeln das Vehikel notdürftig wieder zusammen und dann gilt: Jeden Morgen steht ein Dummer auf, man muss ihn nur finden. Die unseriösen unterscheiden sich von den vollkommen unseriösen dadurch, dass erstere eine gewisse Größe erreicht haben, in engen Grenzen um ihren Ruf fürchten und gelegentlich brauchbare Fahrzeuge vorhalten. Die vollkommen unseriösen dagegen verkaufen den Auto-Bodensatz an Menschen ohne Geld und ohne Bonität, und sie verdienen daran bis zu 30% Zinsen.

Wir kommen um die Gruppe “Eins” der seriösen Autohändler nicht herum, schon weil nur die in der Lage sind, ein Fahrzeug in Florida für Kalifornien zuzulassen. Dabei ist zu beachten, dass der Wagen “California Smog Certified” ist, d.h die dort strengen Abgasregeln erfüllt. Das lässt sich auf einer Abgasplakette im Motorraum ablesen und traf vollkommen wahllos über Marken, Baureihen und Baujahre verteilt auf etwa jeden zweiten von uns untersuchten PKW zu. Die Autohändler glotzten dabei alle ungläubig und sagten “Man lernt nie aus” oder Derivate davon. Die Historie der Fahrzeuge wird US-weit bei Carfax erfasst, jede Wartung, jeder Unfall, jeder Wechsel des Besitzers. Dort kann jeder für 30 USD den Bericht abrufen. Die ungefähren Preise eines Fahrzeugs stehen in Deutschland in der Schwacke Liste, die hier Kelly Blue Book heisst.

Für alle, die sich nicht für Autos interessieren: Das Wetter ist etwas kühler geworden, vor allem nachts wird es empfindlich kalt bei Isolierungen auf Baumhausniveau. Ach, was soll das, wer sich nicht für Autos interessiert, hat es nicht bis hierher geschafft.

Also zurück: Vielleicht haben wir einen gefunden.

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Die ersten Tage in den USA

 

 

 

 

 

 

 

Nun sind wir zumindest irgendwie da, noch nicht angekommen zwar, aber immerhin. Der Flughafen in Fort Lauderdale ist recht klein, die bunte Auslegeware fällt sofort auf. Die Koffer kamen nach einer kleinen Ewigkeit und sahen aus, als seien sie per Anhalter durch Afrika getrampt. Neben mir zerrte ein älterer Herr eine reichlich ramponierte Reisetasche vom Gepäckband, glich irritiert die Anschrift auf dem Adressanhänger mit seinen Erinnerungen ab und murmelte konsterniert “Beim Check-In war die Tasche neu”.

Hier ist vielleicht die richtige Stelle einmal zu erwähnen, dass wir drei Koffer mit je 23 kg mitnehmen durften und unsere Koffer hatten – pause for effect – 23,4 kg, 23,5 kg und 23,6 kg und wir sind damit durchgekommen, yes sir! Vielleicht ist hier auch der richtige Ort, um zu erwähnen, dass wir einen zusätzlichen Koffer gebucht hatten und am Schalter in Hamburg bezahlen mussten. In Frankfurt stellte ich dann vor der Passkontrolle fest, dass meine Greencard fehlte und mir war sogleich klar, dass die noch bei der netten Dame an ebenjenem Schalter liegt. Es gelang mir nun nicht mehr, die rasch aufkommende Panikattacke zu unterdrücken. Einmal mehr rettete mich e, indem sie meine Greencard fand, achtlos in den deutschen Pass geworfen. Wer tut den sowas! Ich fand keine geeigneten Worte, meine Dankbarkeit auszudrücken, derweil e mir Tasche, Pass und Greencard in meine zittrigen Hände zurückgab.

Wir ist jetzt Florida so? Warm jedenfalls und reich, viele Villen, unseriös große Yachten, viele teure Autos. Und wenig Rentner, jedenfalls im Vergleich zu Deutschland. Der Atlantik allerdings ist enttäuschend, er brandet hier an wie ein Müggelsee. Die vorgelagerten Bahamas zähmen den Ozean.

Der Atlantik bei Hollywood

Ein großer Schritt für uns, aber ein kleiner Schritt für die Menschheit. Wenn überhaupt. Links e, rechts T.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bezogen auf Silvester hatten wir die schlimmsten Befürchtungen. Ich kann nun nicht mehr genau meinen Finger darauf legen, woran das lag. Vielleicht das Klischee des schießwütigen Amerikaners. Vielleicht der Umstand, dass der Tisch mit dem Feuerwerk im Walmart Superstore bis auf den letzten Böller ausverkauft war, darauf nur noch einige Orchideen (zur Besänftigung?) und der Hinweis “Please do not smoke here”. Hingegen war es ruhig in der fraglichen Nacht und zu dem zugegeben im Grunde recht wahllosen Zeitpunkt. Es war voll, ja. Es gab Betrunkene, klar. Aber es wurde fröhlich gefeiert und wenig geböllert. Eine Handvoll bunter Raketen hat man gesehen und auch ein Kind, dass mit zwei Wunderkerzen aufgeregt den Strand entlanglief. Aber sonst nix, was an Silvester in Kleinmachnow, Silvester an der Siegessäule oder einen gewöhnlichen Tag in Bagdad erinnert. Verdrießlich eigentlich, schon wieder ein Vorurteil flöten.

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