Wo steckt der Kasten?

Unser Container ist am 30.12. um 16:26 in Hamburg angekommen, damit war er noch nicht da, als wir am selben Tag frühmorgens auf dem Weg zum Flughafen dort vorbeifuhren. Heute um 22:00 Uhr deutscher Zeit wird die “Paris Express” mit unserer Fracht ablegen und über (unter anderem) Rotterdam (3.1.), New York (13.1.), Panamakanal (19.1.), Los Angeles (26.1.) am 28.1.2012 in Oakland ankommen. Hoffentlich.

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Frohes neues Jahr!

Die Zeiten sind vorbei, in denen der Sonnengott mit seinem Streitwagen über das Firmament zog; als Erklärung für die Bewegung der Sonne und den Wechsel von Tag und Nacht wird diese Vorstellung heute nur noch selten herangezogen. Tun wir es dennoch und schätzen einmal ab, welche Geschwindigkeit der Sonnegott dabei vorlegt: Die Erde hat einen Umfang von 40.000 Kilometern und “er” schafft es in 24 Stunden herum, ist also mit etwa 1.700 Kilometer pro Stunde unterwegs. Damit ist der alte Streitwagen doppelt so schnell wie die Condor Boeing 767, mit der wir gestern über das Firmament stürmten. Natürlich hinkt der Vergleich auf so ziemlich allen Füßen: Condor schafft das Tempo auf allen Strecken, der Streitwagen ist am Äquator am schnellsten, an den Polen ist seine Geschwindigkeit Null sofern wir – und da sind wir beim zweiten Fuß – die Flughöhe vernachlässigen. Das können wir bei Condor schon machen, aber für den Streitwagen ist der Punkt unklar, ist doch genaueres nicht überliefert. Um das Drama abzukürzen: Der Sonnengott ist entspannt an uns vorbeigezogen und es war gestern bei unserer Ankunft vor Ort später als vor Ort als wir losflogen und gleichzeitig nicht so spät, wie nach einer gleich langen Fahrt im Auto oder im Zug. Die Sache gerät allmählich etwas kompliziert und wenngleich wir nicht die Linie weiter im Süden überschritten haben, wo aus Winter Sommer wird, sind wir doch im Moment in einem anderen Jahr als Deutschland. Weil der Sonnengott seine Zeit braucht, ist hier noch 2011 und dort schon 2012. Wir haben uns aber vorsorglich erkundigt, und es scheint soweit alles in Ordnung zu sein mit dem Neuen Jahr.

Unsere Reise war auch in Ordnung. Von Lüneburg ging die Fahrt im Nieselregen zum Flughafen Hamburg vorbei am Containerterminal am Hafen, wo unser Hausrat am 2.1.2012 verladen wird. Den Flug nach Frankfurt haben wir verschlafen und ebenso große Teile der Fernstrecke von dort nach Fort Lauderdale. Es gab kein On-Board-Entertainment und ich hatte zum ersten Mal überhaupt ein Nackenkissen dabei – die beste Erfindung seit geschnitten Brot. Der Empfang in Florida war sehr freundlich, der Sonnengott verabschiedete sich hinter den Horizont, es war warm, die Beamten bei Pass und Zoll waren entgegenkommend, beim Shuttlebus bekommt der Fahrgast den Koffer abgenommen und im Mietwagencenter gab es kostenlose, gekühlte Getränke. Die konnten uns dennoch nicht so gnädig stimmen, dass wir dem Vorschlag, dem Ratschlag, der Warnung, dem Bitten, dem Drängen und dem Flehen des Mitarbeiters am Schalter nachgaben, wir mögen doch in Hinblick auch auf unser vieles Gepäck unbedingt den nächstgrößeren Wagen nehmen. Wir bestanden auf den Kleinwagen. Es stellt sich heraus, es gibt keine Kleinwagen im Bestand, wir bekamen sowieso den nächstgrößeren Wagen, einen Ford Focus in Blau. Zu unserem Appartment waren es nur wenige Kilometer und noch weniger Minuten vergingen zwischen der Ankunft dort und dem Moment, in dem wir beide eingeschlafen waren.

Hören wir auf, wo wir angefangen haben: Frohes neues Jahr!

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Florida

Wir haben es geschafft, wir sind in Florida und wir haben unser kleines Häuschen bezogen, dass nun für die nächsten Tage unser Zuhause sein wird. Einen Bericht über die letzten Tage schreibe ich, wenn ich wieder klar denken kann.

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Jörg und Ralf

Der letzte Tag in der alten Welt. Vielleicht. Denn e ist krank und möglicherweise morgen so gebunden, dass wir nicht abreisen können. Aber da wissen wir morgen mehr.

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Auszug

Vorab zur Beruhigung: Es hat alles in den Container gepasst. Zwischendurch war das gar nicht klar und ich räume ein, dass ich daran sogar erheblichen Zweifel hatte. Letztlich war es aber so, dass die vier “Jungs” nach fünf Stunden Einpacken und vier Stunden schleppen alles sauber auf 33 Kubikmeter verstaut hatten. Sogar waren da noch einige Kubikmeter frei.

Malcolm McLean wurde 1913 in North Carolina geboren. Nach seiner Schulausbildung  arbeitete er an einer Tankstelle bis er genug Geld gespart hatte, sich einen gebrauchten LKW zu kaufen. Er bot Transportdienstleitungen an und war so erfolgreich, dass er Anfang der 50er Jahre das zweitgrößte Transportunternehmen in den USA besaß. Damals war das Umladen von LKW auf Schiffe aufwändig, das Beladen eines Überseefrachters dauerte mit 60 Personen etwa eine Woche. McLean wollte das umgehen und lud ganze LKW und später ganze Anhänger auf Schiffe. Das war aber ineffizient in der Raumausnutzung und damit der Ausgangspunkt für seine Überlegungen hin zu der Entwicklung der ersten Container. Die Idee wurde ein überragender Erfolg, die Preise für die Beladung eines Schiffes sanken um den Faktor 35. Inzwischen werden 70% des Welthandels in standardisierten Containern abgewickelt und McLean wurde von der International Maritime Hall of Fame als Man of the Century geehrt.

Unser Container gehört dem Unternehmen Nippon Yusen Kabushiki Kaisha aus Tokyo, Japan. Er ist (wie jeder Iso-Container) in Paris beim Bureau International des conteneurs (BIC) registriert und bekommt von dort seine eindeutige Seriennummer. Mit der Seriennummer unsers Containers lässt sich nachvollziehen, dass der Container in Berlin steht, für den Transport nach Hamburg vorgesehen ist und von dort auf die Reise nach Oakland geht, der Stadt in der Bucht gegenüber von San Francisco.

Diese Welt funktioniert.

Frohe Weihnachten!

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Ende des Mietvertrages

Morgen kommen die kräftigen Jungs und eine Auswahl unserer Sachen geht auf Reisen. Den  Teil, der es nicht geschafft hat, habe ich heute auf die Müllkippe gefahren. Der Rest darf unter der Golden Gate Brücke durchfahren. Ziemlich gegensätzliche Zukunftsaussichten.

Nun geht denn – schon wieder – ein Abschnitt zu Ende. Es war eine schöne Zeit, viele Freunde, drei Halbjahresfeste, eine Überraschungsgeburtstagsparty, sehr viele Hochzeiten, eine Taufe, zwei Sommer (und nur ein Mal Segeln!) und unsere schöne Wohnung.

Bedauern? Nein. Große Freude vielmehr darüber, dass diese Zeit gewesen ist und unsere Erinnerung bereichert. Es geht jetzt etwas schnell, vielleicht. Aber das unnachgiebige Voranschreiten der Zeit auch gegen den natürlichen Wunsch, bestimmte Momente zu längeren Genuß langsamer verstreichen zu lassen, unterstreicht unsere Hilflosigkeit im Versuch, bestimmte Situationen zu konservieren. Dauerhafte Zustände sind eine menschliche Illusion und wiewohl wir zwar gelegentlich die Länge einer Situation innerhalb enger Grenzen steuern können, endlich ist sie sowieso.

Zwischen vielen Kisten sitze ich also mit e auf der Couch. Morgen geht das so nicht mehr. Der neue Tag ist fast angebrochen, dann kommen auch schon bald die Jungs und hier bleibt kein Karton auf dem anderen. Ein klares Ende für den Abschnitt. Gnadenlos und ohne weitere Optionen morgen. Weil wir das so gewählt haben. Hätten wir das nicht getan, wäre der Abschnitt trotzdem endlich, mit Sicherheit und genauso gnadenlos wie morgen.

Nun und so aber endet nicht nur morgen ein Abschnitt, sondern es beginnt auch etwas neues. Wir gehen neugierig, zuversichtlich und gelassen. Schließlich war unsere schöne Wohnung zwar sowohl unsere schönste Wohnung, aber auch nur unsere schönste Wohnung bisher.

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Wulff – geht er vor uns?

Ein Kredit von einem Freund. Besser gesagt, von der Frau von diesem Freund. Der Betrag nicht überwiesen, sondern als anonymer Bundesbankscheck übergeben. War der Freund bei den Vertragsverhandlungen dabei? Widersprüche. Fragen nach Geschäftsbeziehungen zu dem Freund werden Atomteilchengenau spitzfindig wahr beantwortet, anschließend erfolgt die hektische Umschuldung des Kredites. Tischfußball in einem Keller in Hannover in launiger Bierrunde mit dem König der Tätowierten, ein weiterer Freund von ihm. Diverse Ferieneinladungen auf die Anwesen von Geschäftspartnern, zum Teil erst durch seine  Funktion kennengelernt.

Als höchste moralische Institution in Deutschland ist der Mann – meiner Meinung nach – verbrannt.

Es gibt keine endgültige errungene moralische Vollkommenheit – für niemanden und kein Land! Wir haben als Menschen gelernt, wir bleiben als Menschen gefährdet. (Richard von Weizsäcker)

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Krankheit und eilliger Nachtrag der letzten Ereignisse

Vier Tage krank, geschüttelt vom Fieber und gepeinigt von den Gedanken an den näherrückenden Termin zum Umzug am 22.12. Männer – so heisst es ja – gehen sonst erst zum Arzt, wenn sie nicht mehr vernünftig kriechen können. In solch einer Situation aber gehen sie früher. Es stellt sich also heraus, ich habe mir einen Magen-Darm-Virus eingefangen. Gottseidank keine Grippe. Die Ärztin kannte ich nicht, sie hatte ihren letzten Arbeitstag und im Wartezimmer und auf dem Flur standen Patienten mit Geschenken und Blumen. Das kann ich sehr gut verstehen, die Untersuchung und Diagnose war die sorgfältigste, die ich je bekommen habe. Ich bin überzeugt, dass ich eine sehr gute Ärztin vor mir hatte. Es gibt Menschen, die ihre Arbeit lieben. Das ist beneideswert und ein Geschenk. Nichts bleibt für immer und das finde ich in diesem Fall sehr schade. In anderen Situationen ist es aber auch tröstlich: Alles ändert sich. Irgendwann.

Wir gaben uns die Hand und wünschten uns gegenseitig alles Gute für die Zukunft.

Am Montag war mein letzter Arbeitstag. Ja, alles ändert sich.

Am Sonntag war unsere Abschiedsparty. Es ist sehr schade, dass wir unsere Familie und unsere Freunde so regelmäßig nicht mehr werden sehen können. Aber wir verbinden das mit der Hoffnung, dass wir durch Länge ausgleichen können, was an Frequenz nachlässt. Ähnlich übrigens wie auch Glück durch Höhe ausgleicht, was ihm an Länge fehlt. Eine Wohnung ohne Gästebett hat bei uns jedenfalls keine Chance.

Zum Abschluss noch einige Fakten: e hat unseren Hund E nach Adendorf gefahren, sie soll das Einpacken nicht mitbekommen. Ich hatte währendessen schon Fieber und lag im Bett. Die Koffer sind vorgepackt, der weitere Ablauf ist klar, es ist fast nichts mehr in der Wohnung, was nicht umgezogen werden soll. Die Wohnung ist noch “wohnlich”, aber das ändert sich bald.

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Mehr Brücken als Gräben

“Das bemerkenswerte an der Welt ist, dass man sie verstehen kann”, hat Albert Einstein einmal bemerkt, richtig? Nein, falsch. Im Gegenteil soll er gesagt haben: “Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können.”. Daraus deute ich eine gewisse Enttäuschung aus seinen vergebliche Mühen, Gottes Werk zu verstehen. Das kenne ich aus meinen vergeblichen Mühen, Einsteins Werk zu verstehen. Aber er hat auch gesagt: “Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden.” Und ich füge hinzu: “Das bemerkenswerte an der Welt ist, dass sie funktioniert”.

Das bemerkenswert zu finden gelingt, wenn bekannte Pfade verlassen werden. Das schafft Raum für die Erkenntnis, dass es viele Brücken gibt und dass sie tragen. Es scheint zu jedem Ziel ein Weg zu führen.

Wir haben schon länger den Flug nach Fort Lauderdale gebucht und das Umzugsunternehmen beauftragt, nun haben wir aber auch einen Mietwagen eine die Wohnung in Florida für die ersten Tage. Unsere US-Steuererklärung wurde angenommen und der Antrag auf Verlängerung meiner Greencard ist abgegeben. Wir sind krankenversichert und unser Nachmieter hat uns Küche, Kühlschrank, Waschmaschine abgekauft. Ebenso möchte er unseren ausladenden Kleiderschrank kaufen. Damit haben wir einige Kubikmeter weniger und der Container steht nicht mehr unter Druck. Auch muss ich das Biest kein zweites Mal zusammenbauen, was ich mir beim ersten Mal fest vorgenommen habe. Ob der neuerliche Zusammenbau überhaupt je gelungen wäre, sei einmal dahingestellt. Der Umzugsunternehmer jedenfalls hatte schon gleichweg bei der Besichtigung und wohlgemerkt nur bei diesem Möbel die Leistung beschränkt auf “nur abbauen”. Er sprach in dem Zusammenhang von “zerlegen”. Das Stück aus dem schwedischen Möbelhaus heisst übrigens “Frieden”.

Wenn die Probleme auf dem Niveau bleiben, werden wir uns gut zurechtfinden. Es läuft gut, es funktioniert und das finde ich wert, bemerkt zu werden.

 

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Die Gefechtslage

Ich habe mir am Wochenede schwere Manöverkritik anhören müssen, die inhaltlich dahin ging, dass dieser Blog die Wünsche seiner Leser nicht bedient. Ja, sie vielleicht noch nichteinmal kennt. Diesem schrecklichen Verdacht habe ich mich ausgesetzt, weil ich – wie es hieß – teilweise unverständlichen und sonst belanglosen Kram über Griechenland veröffentlicht habe.

Das trifft mich hart.

Vermutlich also kann ich auch mit meiner Ausarbeitung “Die größten Irrtümer bei der Entscheidung mieten oder kaufen” nicht punkten? Nein? Niemand?

Ich möchte keinen zurücklassen und werde daher den Blog inhaltlich herumreissen. Die letzen verbliebenden Leser retten. Meine Mission. Ganz einfach. Es folgen Texte ohne Tiefgang. Und Tratsch über Unterschichtenpromis. Nacktbilder selbstverständlich. Und kurze Sätze. Ihr wolltet es ja so!

“Hm? Das haben Deine Schwestern doch gar nicht gesagt, sie wollten nur mehr Infos über den Stand der Planungen!” Ich hatte gar nicht bemerkt, dass e mir schon die ganze Zeit über die Schulter schaut.

So, nachdem wir eine kleine … mmm … Besprechung hatten wegen der Sache mit den Nacktbildern, kann es weitergehen.

Begrenzen wir den Schaden und kommen mit Fakten. Die Männer vom Umzugsdienst kommen am 22.12., Wohnungsübergabe ist am 23. ebenso wie die Fahrt nach Lüneburg. Der Flug geht am 30.12. von Hamburg, wir kommen am selben Tag in Fort Lauderdale an. Am nächsten Tag endet um Mitternacht das Jahr und mein Arbeitsvertrag. Mein letzter Arbeitstag ist am 12.12. Eine Wohnung oder einen Mietwagen haben wir noch nicht.

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