Roadtrip over

wir können die Golden Gate Bridge aus dem Garten vor unserer Wohnung sehen, auch ihr Nordende. Ich habe bei der Planung unserer Route durch die USA in Kleinmachnow noch (damals) mit e. besprochen, wo denn die Route enden soll. Schließlich ist Beenden genauso wichtig wie Anfangen, denn wer nicht beendet, wird auch bald nicht mehr anfangen. Hier am Nordende der Golden Gate soll unsere Reise enden. Der Rückblick wird kommen, aber er braucht Abstand.

Der Road Trip ist nun also zu Ende und neue Dinge fangen an. Wir brauchen eine dauerhafte Wohnung (so dauerhaft Wohnung bei uns sind). E. (unser Hund) will auch her. Sie liebt die Sonne und was den Pazifik angeht, wer liebt den nicht? Wir müssen uns um Diego kümmern, er hat uns ohne Mucken hergebracht, durch Berge, durch den Schnee, durch Sümpfe und durch die Wüste. Jetzt sind wir dran, die Check Engine Leuchte ist noch an, er braucht Kennzeichen und muss durch den Smog-Test. Ich muss mich um meine Greencard kümmern, die läuft diesen Monat ab. Ja und dann sind wir durch. Und ich fange vielleicht wieder an zu arbeiten. Und zwischendurch bereisen wir Kalifornien, Ihr kennt ja den Radius, den wir abdecken können.

An die Golden Gate Bridge sind wir von Norden herangefahren. Sie gehört bestimmt auf die Liste der Sehenswürdigkeiten in Kalifornien. Ebenso die Stadt San Francisco, natürlich, die wir heute auf dem Highway 1, ebenfalls auf der Liste, entlang der Küste durchfahren. Das Ziel ist die Stadt Santa Cruz, e.s Geburtsstadt und einer der schönsten Plätze entlang der Küste von CA. Wir besuchen Freunde, ohne deren Unterstützung auf dieser Seite des Atlantiks unser Vorhaben sehr viel schwieriger gewesen wäre, wenn überhaupt möglich.

Posted in Uncategorized | 4 Comments

Die neue (Wohnung)

Der wichtigste Grund (für die Eile): Wir hatten eine möblierte Wohnung in Aussicht, die vielversprechend aussah und die wir ab gestern für eine Woche gemietet haben. Heute haben wir mit den Vermietern gesprochen und die Vereinbarung auf unbefristet und monatlich kündbar geändert und einen kleinen Rabatt herausgehandelt. Wir haben nun Zeit, eine eigene Wohnung zu finden. Und bis dahin geht es uns gut, die Wohnung hat einen großen Raum, der als Schlaf-, Ess-, Arbeits- und Wohnzimmer dient, drei weitere winzige Räume, nämlich Dusche, Toilette, begehbarer Kleiderschrank und schließlich einen großen Flur zur Verbindung der vorgenannten. In einem der Winkel im Flur wohnt das Waschbecken. Das große Zimmer hat das einzige Fenster und eine große verglaste Flügeltür in den Garten, der stufenförmig dem abschüssigen Gelände folgt. Der Blick geht darüber hinweg auf die Bucht und dahinter Marin County (wo das Mountainbike erfunden wurde). Die Wohnung ist ein Wunder an Winkeln, Ablagen, Gauben, Ecken, Fächern, Schränken und Schiebetüren und in deren Summe sehr gemütlich.

Mit der Eile kommt gleichsam untrennbar einher das Risiko, Dinge zu übersehen. In unserem Fall ist dieses Risiko sogar Gewissheit, wir haben Dinge nicht gesehen. Wir sind an Orten vorbeigerauscht, die einen ausgiebigen Besuch weit mehr als nur rechtfertigen. Aber erstens kennen wir viele dieser Orte (schon), wir können sie zweitens von hier gut erreichen und wir werden das auch tun, mit Gästen vielleicht. Und das möge Euch Motivation sein. Drittens.

Der ferne Rand des Raums, den wir von hier abdecken können, geht durch San Diego. Zu der Stadt ist festzuhalten, wie gut sie uns gefällt, Größe, Lage, Architektur und Wetter. Und nicht zuletzt der Zoo. Der einzige Nachteil an San Diego ist die Nähe zu Los Angeles. Anyway, what I wanted to say: Mit dem Abdecken fangen wir morgen an. Und vorher hören wir auf, mit etwas anderem.

Posted in Uncategorized | 4 Comments

Einfahrt nach El Cerrito

Ich konnte heute morgen beim Auschecken im Hotel in San Diego der Rezeption nicht mit unserer Zimmernummer weiterhelfen. Ja, wir hatten sie nämlich alle, 204, 113, 104, 317 und so weiter. 214 hatten wir auch. Und 107, 202… – ach, das bringt doch jetzt nichts. Heute morgen jedenfalls versuchte ich es erst mit 101, das war aber leer. Dann tippte ich auf 110. “Mr. Cone?”, ich nickte aber der junge Mann wollte die richtige Aussprache. Mit meiner Hilfe arbeitete er sich von Cone nach Co-ni, Co-e-ni, Co-eh-neh zu schließlich Cö-e-nee, wo wir einen Punkt erreicht hatten, mit dem ich zufrieden war. Zu meiner Entlohnung langte ich tief in die Bonbonschale auf dem Tresen (furchtbare Dinger).

Die Reise ging über 11 Stunden von San Diego nach San Francisco, genauer nach El Cerrito gegenüber in der Bucht. Kurz vor unserer Ankunft sind wir im Hafen von Oakland vorbeigefahren. Am Anfang der Reise sind wir am Hamburger Hafen vorbeigefahren, kurz bevor unser Container da war, jetzt, gegen Ende der Reise, fahren wir am Hafen in Oakland vorbei, kurz nachdem unser Container da war. Der ist inzwischen eingelagert, Jessica hat sich darum gekümmert. Zu ihrer Überraschung ist er nicht vom Zoll geröntgt worden, das ist Standard, sehr teuer und wir hätten es zahlen müssen.

San Francisco haben wir noch nicht gesehen, der Nebel hängt tief heute Abend. Der Endpunkt unserer Reise ist von hier Luftlinie 10 Meilen entfernt. Warum haben wir uns so beeilt? Es gibt Gründe. Und es gibt morgen dazu mehr.

Posted in Uncategorized | 3 Comments

San Diego Zoo

Den Zoo der Stadt San Diego habe ich mir zum ersten Mal im März 2010 besucht. Damals war ich der Meinung, das sei der schönste mir bekannte Zoo. Heute hat e. den Zoo zum ersten Mal besucht. Seitdem ist sie der Meinung, das sei der schönste ihr bekannte Zoo. Ich habe den Zoo heute das zweite Mal besucht und kann beide Meinungen bestätigen: e.s von heute und meine von damals. Das Gelände umfasst 40 Hektar und erstreckt sich über zwei Hügel und einem kleinen Tal dazwischen, der Zoo betreibt eine Buslinie. Die Gehege sind liebevoll angelegt und geschickt miteinander verknüpft. Der Zoo scheut gleichzeitig keinen Aufwand zum Erhalt seltener Pflanzen und verbindet Flora und Fauna zueinander passend. Die Anlage wird durchzogen von vielen kleinen und verschlungenen  Wegen durch die Landschaften, Regenwald, Savanne, Nadelwald und die Wege erreichen über Stege auch die Lebensräume hoch in den Baumwipfeln. Hinter jeder Biegung entdeckt der Besucher neue Tiere oder Pflanzen. Das alles auch im Rollstuhl oder mit Kinderwagen. Die Anlage ist ein Meisterwerk, geschaffen und unterhalten von der Stadt San Diego.

In Athens (der R.E.M. Stadt, wir erinnern uns) hat e. uns ein sehr schönes Buch über die Vogelwelt in den USA gekauft. Darin steht, dass Kolibris in den USA im Sommer fast überall vorkommen, im Winter jedoch fast nur an der Küste Kaliforniens. Und tatsächlich, der Zoo war voll mit Hummingbirds. Wir haben uns sehr gefreut, sie wiederzusehen.

Eine Empfehlung noch für Besuche im San Diego Zoo: Recht mittig in der Anlage findet Ihr das Baumhausrestaurant “Alfredo”, wir saßen auf dem großzügigen Balkon mit Blick in die Baumwipfel und auf einen Wasserfall. Das Essen war hervorragend. Gut, eine Kleinigkeit: Wir sind nah an der mexikanischen Grenze und ich würde mich zukünftig für “mild” statt “spicy” entscheiden. Ich hing ziemlich an der Wasserflasche und ich konnte neue Farben sehen, aber beides ließ mit der Zeit nach. Dennoch unglaublich gutes Essen.

Wir waren so lange im Zoo, dass wir es nicht mehr ganz rechtzeitig zum Sonnenuntergang an den Strand geschafft haben. Morgen fahren wir mit einem sandigen Diego aus San Diego. Ja, der ist schwach, aber irgendeiner lacht ja immer.

Posted in Uncategorized | 1 Comment

Ein sehr schöner Tag in Kalifornien

Es ist ein wolkenloser und warmer Tag, es sind 23 Grad. Nach den Tagen in der Wüste und im Winter auf der Colorado Hochebene sind wir im Frühling angekommen. San Diego ist grün und blüht. Am Straßenrand stehen Strelizien, die in Deutschland beim Floristen “richtig Asche kosten”, wie e. sich ausdrückt.

20 Meilen sind nicht so furchtbar wenig, wenn es durch den dichten Stadtverkehr der Großstadt San Diego geht. Zäh schiebt sich der Verkehr durch die Straßen. Wir wollen zum Pazifik am Pacific Beach im Stadtteil Pacific Beach in San Diego. Der auflandige Wind trägt zunehmend einen feinen Nebel von der Brandung in die Stadt, je näher wir dem Ozean kommen. Schließlich und auch endlich liegt er vor uns, wir bewältigen die letzten Meter zu Fuß durch den Mission State Park.

Wir stapfen durch den Sand, die Sonne wärmt und der Wind trägt den Nebel zur Kühlung herbei. Bis hierher waren wir 32 Tage unterwegs, 6530 Meilen, 10513 Kilometer, 26 Mal Tanken. Endpunkt unserer Reise ist der Parkplatz am Nordende der Golden Gate Bridge. Das ist der Plan und dahin fehlen noch 500 Meilen. Aber das Gefühl, angekommen zu sein, ist uns hierher entgegen gekommen. Wir stehen mit den Füßen im Pazifik, in der auslaufenden Brandung. Es sind dieselben Wellen, die etwas vor der Küste in gewaltigen Brechern klar machen, dass Amerika hier zu Ende ist. Das Wasser ist sehr kalt, draußen demonstrieren die Pelikane ihre Flugkünste im Spiel mit den brechenden Wellen. Am Strand durchsucht ein Schwarm von Strandläufern sogleich nach jeder Welle den Sand nach kleinen Meerestieren. Möven hocken etwas höher im warmen Sand und schauen gleichgültig zu.

Es ist ein sehr schöner Tag in Kalifornien.

 

Posted in Uncategorized | 1 Comment

Diego in San Diego

Es ist kalt morgens in Flagstaff. Die Stadt liegt am Rand der Colorado Hochebene auf 2.100 Metern. Wir wollen von hier nach San Diego, das ist alles. Rund 500 Meilen oder etwa 800 km. Wir wählen die schnelle Route zurück nach Phoenix, die Interstate 17 Richtung Süden, über die Berge im Tonto National Forest. Die Steigungen sind moderat, Diego muss sich nicht sehr quälen. Phoenix liegt in der Sonora Wüste auf 350 Metern Höhe, die Fahrt dauert etwa 2,5 Stunden. Vor Phoenix treffen wir wieder auf die Saguaro-Kakteen. Zwar liegt Flagstaff nicht mehr im Gebiet der Navajos, dennoch haben wir erst in Phoenix das Gefühl, wieder im (gewohnten) Leben angekommen zu sein. Es gibt Kaffee to go (wobei ich offenlasse, wie wichtig das für unser Fitness hinter dem Volant ist), Drive-In Geldautomaten (nur wenige Minuten später rief die Bank an und wollte die anscheinend ungewöhnliche Transaktion bestätigt haben) und es ist wieder warm (wer im T-Shirt herumläuft, muss sich nicht erklären). Richtung Westen geht die Fahrt weiter stundenlang durch die Wüste, erst über die Interstate 10, die wir zwar in Los Angeles noch einmal treffen, aber vermutlich nicht mehr nutzen werden, später über die Interstate 8, die knapp nördlich der Grenze zu Mexico veläuft. Kurz hinter Yuma überqueren wir den Colorado River, den wir zuletzt im Grand Canyon gesehen haben und erreichen um 17:15 Uhr die Grenze zu Kalifornien. Der letzte Staat und die letzte Zeitumstellung dieser Reise. Es ist 16:15 Uhr, 9 Stunden hinter deutscher Zeit. Von San Diego trennen uns noch 300 km Strecke, 3 Stunden Fahrt, eine Straßensperre der Border Patrol (wir werden freundlich durchgewunken) und die Peninsula Ranges Gebirge. “It never rains in Southern California”? Da kannte sich jemand nicht so aus,  Diego bekommt in den Bergen den Wüstenstaub abgespült. Unser Hotel erreichen wir kurz hinter der Stadtgrenze von San Diego, einer der sichersten Städte der USA. Es ist Nacht als wir ankommen.

Bis zum Pazifik sind es noch 10 Meilen.

Posted in Uncategorized | 5 Comments

Grand Canyon

Es hat letzte Nacht geschneit, noch eine Sache, die wir nicht erwartet hätten. Es ist ziemlich kalt geworden und wir sind darauf nicht eingestellt. Morgen fahren wir vom Hochplateau wieder herunter, vermutlich wird es dann auch wieder wärmer.

Heute war der Tag des Grand Canyon. Das letzte Mal waren wir am Westrim, der liegt auf Indianergebiet, ist wenig gegen herunterfallende Touristen gesichert, nur über eine unbefestigte Straße zu erreichen und unglaublich teuer. Dafür ist er von Westen (Las Vegas) kommend gut einen halben Reisetag näher.Von Osten kommend haben wir uns heute den Southrim angesehen, inklu. Sonnenuntergang wie auch schon beim Westrim.

Abends wurde Wäsche gewaschen.

 

Posted in Uncategorized | 5 Comments

Schönheit, Niesel und Luxus

Wir nähern uns langsam den Gegenden, die wir von Westen kommend bereits kennen. Der Grand Canyon ist die Grenze und ich schätze, da sind wir morgen. Heute sind wir von Holbrook Richtung Norden in das Indianergebiet der Navajo Nation gefahren. Die indianischen Völker haben auf ihren Gebieten innerhalb der USA recht weitgehende autonome Selbstverwaltungsrechte. Das Gebiet der Navajos wirkt aber nicht sehr entwickelt, die Begegnung mit dem Weißen Mann war keine sehr glückliche Fügung.

Vor einigen Wochen hat die Brasilianische Indianerbehörde Funai einen bisher unbekannten Indianerstamm im Amazonas endeckt und überflogen. Auf Bildern sieht man Krieger Speere gegen das ihnen unbekannte Flugobjekt werfen. Die Behörde hat den Standort der Indianer geheim gehalten, das war die erste weise Entscheidung. Inzwischen hat sie die Indianer auch wieder verloren, sie sind weiter gezogen. Das war die zweite weise Entscheidung.

Canyon De Chelly, schon Mal gehört? Irgendjemand? Nein, keiner? Das ist das Problem, wenn eine Sensation nah an einer noch größeren Sensation liegt, ein Canyon De Chelly in Europa und er wäre weltberühmt.

Canyon De Chelly

Canyon De Chelly - Pueblos ...

... am Fuß der Felswand

 

Canyon De Chelly - Pueblos der Anasazi (ca. 6 Jh.)

Die weitere Fahrt ging kurz nach Utah, eigentlich nur zu dem Zweck, Monument Valley von Norden kommend zu durchfahren. Wir sind immer noch auf dem Colorado-Hochplateau auf etwa 2 bis 2,5 Tausend Metern Höhe. Wir haben uns daran gewöhnt, dass es kalt ist (letzte Nacht hat es gefroren). Dass nun aber Schnee liegt im Monument Valley, kommt unerwartet. Ebenso überraschen uns niedrig hängende Wolken und graues Wetter.

Monument Valley

Monument Valley - Einfahrt von Norden

In Kayenta kommt die Dämmerung zu dem grauen Wetter und wir fühlen uns an Deutschland im Winter erinnert. Es gibt hier nur zwei mögliche Unterkünfte für die Nacht, eine sehr schlechte und eine sehr gute.

Dass wir so nah am Grand Canyon mit dem Canyon De Chelly eine solche Schönheit entdecken, hätte ich nicht gedacht. Ich habe nie darüber nachgedacht, ob Schnee auf dem roten Arizona-Wüstensand liegen kann und wie das aussieht. Ich hätte nicht an schlechtes Wetter im Monument Valley geglaubt und ich hätte nie angenommen, dass wir abgelegen im Indianergebiet in Arizona das luxuriöseste Hotel unserer Reise belegen würden.

Anscheinend habe ich kein sehr glückliches Händchen dabei, vorab meine Erwartungen mit den Gegebenheiten abzugleichen. Das ist ziemlich gut, finde ich. Sonst müsste ich ja nicht erleben, sondern nur durchdenken.

Posted in Uncategorized | 4 Comments

Painted Desert

Ich habe mich heute Morgen beim Auschecken an der Rezeption erkundigt, wie sich das mit Winslow und Staubstürmen verhält und ich weiß jetzt, dass es sehr häufig vorkommt (zuletzt vor einer Woche), dass es ein dauerndes Ärgernis ist (alles voller Sand) und dass es nicht das Lieblingsthema der ansonsten sehr freundlichen Dame an der Rezeption ist.

Als wir Diego gekauft hatten, damals in Florida, haben wir anschließend versucht, eine am Zigarettenanzünder zu betreibende Kühlbox für unsere Lebensmittel zu kaufen. Nur ist ein solches Produkt in den USA für Geld nicht zu beschaffen. Und ich weiß inzwischen auch warum. Wir haben uns anfänglich mit einer gewöhnlichen Kühlbox und Kühlpads beholfen, die wir im Motel über Nacht im Tiefkühlfach aufgeladen haben. Nun hat aber auch jedes Motel eine Eismaschine, da wird die Kühlbox mit Eis aufgefüllt (kostenlos!) und schon reisen selbst verderbliche Lebensmittel tagelang im Auto durch die Wüste.

Nach dem Auschecken und dem Besuch bei der Eismaschine sind wir zum Meteor Crater etwas westlich von Winslow gefahren. Den Krater kannte ich aus der Schule, er war in meinem Geografiebuch abgebildet. Er ist deutlich kleiner, als ich ihn in Erinnerung hatte, oder ich bin einfach nur gewachsen seit damals.

Meteor Crater

Für den Krater würde ich keinen zu großen Umweg empfehlen. Der Petrified Forest National Park östlich von Holbrook rechtfertigt meiner Meinung nach deutlich mehr Meilen. Wenngleich ich einräume, dass ich von dem gebotenen anfänglich etwas verhalten begeistert war. Diesen Nationalpark muss man sich vorstellen wir eine Wüste, in der zersägte Baumstämme herumliegen. Nur sind diese Baumstämme versteinert. Meine Begeisterung entflammte an einer Stelle die aussah, als sei sie voll mit Holzhackschnitzeln, aber eben auch versteinert. Als der Park nun mich also gar nicht mehr von seinen Qualitäten überzeugen musste, bot er in seinem nördlich der Interstate gelegenen Teil noch mehrere beeindruckend schöne Aussichtspunkte über das Painted Desert.

Versteinerter Baumstamm

 

Versteinerte Sägespäne

 

Versteinerte Bäume überall

Painted Desert

Es ist in dieser Gegend keine gute Idee, mit halbvollem Tank an der Tankstelle vorbeizufahren. Es war sehr knapp und wir haben gelernt. Und geschwitzt.

Posted in Uncategorized | 3 Comments

Wüste – Schnee – Steppe

Trotz vieler Mühen ist es uns nicht gelungen, in Phoenix etwas zu finden, was wir uns ansehen wollten. Also sind wir weiter gefahren, Ziel ist er hier.

Die Fahrt geht durch den Tonto National Forest und auf die Hochebene, auf der der Krater liegt und in die der Colorado River weiter nordwestlich die Grand Canyons gegraben hat. Die Fahrt geht Richtung Osten durch sehr gepflegte Vororte von Phoenix mit schönen Gärten ohne Rasen aber mit Steinen und Wüstenpflanzen. Die Wüstensonne brennt, dennoch es hilft nichts, Diego muss ran, nach den Vororten kämpft er sich in die Berge hoch. Wir fahren durch einen Wald von Saguaro-Kakteen, der mit den Höhenmetern lichter wird. 20 Stunden Frost übersteht ein Saguaro nicht. Sträucher nehmen seine Stelle ein, erst vereinzelt und klein, dann wird die Vegetation immer dichter und die ersten Nadelbäume tauchen auf. Gegen Mittag fahren wir in die auf einer Höhe von rund 5.000 Fuß (ca. 1.500 Meter) und von dichten Nadelwäldern umgebene Stadt Payson ein. Hier entdecken wir ein Café, von dem noch die Rede sein wird. Hinter der Stadt erkämpft Diego für uns weitere Höhenmeter. Es wird immer kälter, irgendwann liegt Schnee und später fällt auch noch frischer. Schließlich sind wir auf fast 8.000 Fuß (ca. 2.400 Meter) und fahren wieder etwas hinunter in die Hochebene. Der Übergang von Nadelwäldern zu einer staubtrockenen Steppenlandschaft ist unmittelbar und praktisch ohne Übergangszone. Ganz offensichtlich haben wir eine Wettergrenze überschritten.

    

Die Stadt Winslow liegt auf 4.850 Fuß Höhe und hat zwei Einwohner für jeden Fuß Höhe. Und (vermutlich) jeder Einwohner hat dann auch wieder zwei Füße. Aber diese Ausführung führt jetzt in keine für mich erkennbar sinnvolle Richtung. Das Wüstenstädtchen ist jedenfalls von einem feinen und tiefroten Sand umgeben, der auch in der Stadt alles abzudecken scheint. Wir treffen hier auf die berühmte Route 66, die früher von Chicago nach Los Angeles führte und heute an den meisten Stellen durch Interstate Highways ersetzt wurde. Die Stadt selbst wirbt damit, dass sie in dem Song “Take it Easy” von den Eagles erwähnt wird. Der Song ist von 1972, älter als ich und in meinen Augen mächtig abgegriffen. Die Verzweiflungstat eines Städtchens, das keinen glücklichen ersten Eindruck macht.

Knotty Pine Café in Payson dagegen wirkte im Vorbeifahren auf uns als sei dort zu Mittag zu essen eine glückliche Wahl. Das insbesondere deswegen, weil der Schuppen zu einer ungewöhnlichen Zeit (ca. 14:30) noch gut besucht war. Die einzige Bedienung rief uns – kaum dass wir in der Tür standen – durch den ganzen Laden zu, hier sei freie Platzwahl. Das ist ungewöhnlich, hat uns aber nicht überfordert. Bei dem Herrn nach uns sah das schon anders aus, er rührte sich bis zur zweiten Aufforderung gar nicht, wirkte dann irritiert und fragte hilflos nach: “Wo immer ich möchte?”

Posted in Uncategorized | 2 Comments