Ant Bait

Vermutlich werden wir den Kampf gegen die Ameisen in unserer Wohnung verlieren. Wir haben schon ziemlich viele Register gezogen und dennoch, sie tauchen immer wieder auf. Gefechtslage zur Stunde ist eine heftig genutzte Ameisenstraße durch unseren begehbaren Kleiderschrank und eine wenig frequentierte kleine Problemecke im Wohnzimmer. Theoretisch lassen sich Ameisen ausrotten, in dem eine alte Autobatterie über dem Nest entleert wird. Aber das geht nicht, natürlich nicht, wo soll die Batterie herkommen. Also behelfen wir uns mit allen möglichen Hausmittelchen, die schon alle mehr oder weniger stumpf ins Gefecht gehen. Selbst das professionelle “Borax Ant Bait” hat zwar im Wohnzimmer schon ziemlich viele Opfer gefordert, aber schon im Kleiderschrank – da liegen zwei Dosen davon aus – enttäuscht es, wir können kaum Raumgewinne ausmachen. Ich erinnere mich noch an Zeiten damals, in Brasilien, da gab es von einem großen deutschen Chemiehersteller eine grüne Spraydose mit rotem Deckel, darauf stand “Mata Tudo” (tötet alles). Ein ehrliches und ausgesprochen zuverlässiges Produkt, ich kann mich nicht erinnern, dass sich da je beim Zusammenfegen noch was bewegt hätte.

Morgen ist der Termin in Salinas, bei der Einwanderungsbehörde, zur Erfassung meiner biometrischen Daten. Was immer nun das heißt. Vermutlich nackichmachen und abfotografieren.

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Schwarz oder Weiß?

Henry Ford soll einmal gesagt haben, die Farbe seiner Autos sei ihm egal, solange sie nur schwarz seien. (Die Aussage ist allerdings nicht belegt)

Diego ist weiß. Und bekommt schon wieder neue Papertags, seine dritten vorläufigen Kennzeichen. Den zweiten haben wir in Houston entgegengefiebert und ich war vollkommen begeistert, dass die binnen eines Tages von Florida bis Houston gekommen waren. Nun, heute sind die dritten angekommen und auch die haben nur einen Tag benötigt, sie sind gestern in Florida abgeschickt worden. Jedoch, meine Begeisterung ist … eine Winzigkeit… verhaltener. Erstens könnte Diego schon längst mit Kennzeichen aus echtem Blech ausgerüstet sein. Der Händler hat uns ein Auto verkauft, mit Zulassung. Zulassung gibt es nur mit Smogtest, Smogtest gibt es nur mit Katalysator und den gibt es nur gegen Wäschekörbe voll mit Geld, 14 bis 16 “Big ones” wird die Reparatur kosten. Wir haben das Auto gekauft wie gesehen, ja, richtig. Aber der Händler hat sich verpflichtet, das Auto zuzulassen, please go ahead! Das ist also die Situation und wer zuerst zuckt, hat verloren. Ich bin ja dafür, wir spielen “Chicken”: Wir und der Händler setzen uns in zwei Autos und fahren Vollgas aufeinander zu, wer zuerst ausweicht, zahlt den Kat.

Wie auch immer die Geschichte ausgeht, wir sind mit Diego sehr zufrieden, er fährt zuverlässig, er sieht gut aus und das Raumangebot übertrifft die beiden von mir genutzten nächstgrößeren Autos zusammengenommen. Die Ausstattungsliste ist mit Automatik, Klima und Tempomat aus meiner Sicht vollständig und der Motor ist leise, kräftig und genügsam (nur bei steil bergauf fängt er an mit dem Sprit zu gurgeln…). Der Wagen ist sehr gut erhalten nicht nur für sein Alter sondern auch im Vergleich zu sehr viel jüngeren Exemplaren. Und er hat nur die Hälfte dessen gekostet, war wir für ein neues Auto auszugeben bereit gewesen wären.

Für mich neu ist in welchem Ausmaß ein weißes Auto das Klima im Innenraum verbessert, zusammen mit der beigen Innenausstattung heizt sich das Auto selbst in der prallen Sonne kaum auf. Ab heute gilt: Die Farbe eines Autos ist mir egal, solange sie nur weiß ist.

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Presidents Day

George Washingtons Geburtstag wird heute mit einem nationalen Feiertag begangen, Presidents Day. George hatte aber gar nicht heute Geburtstag, sondern am 22.2.(1732). Dieser Jahrestag hat aber den Nachteil, dass er in einem Wochenende zu liegen kommen kann. Daher wurde der Feiertag zum Gedenken an den ersten Präsidenten 1971 auf den 3. Montag im Februar verlegt. Jetzt muss richtig was schiefgehen, bevor dieser Feiertag nicht mehr in die Arbeitswoche fällt.

Am Donnerstag muss ich zur Einwanderungsbehörde. Ich gehe nicht davon aus, dass es Probleme gibt. Aber der Teufel ist ein Eichhörnchen.

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Half Moon Bay

Wir wohnen in El Cerrito auf der östlichen Seite der Bucht von San Fracisco. Von hier zum Pazifik und zum Stinson Beach führt der kürzeste Weg über die Interstate 580 und der Brücke mit dem etwas sperrigen Namen “Richmond – San Rafael Bridge“. Diese Brücke ist in westlicher Richtung dieses Wochenende verkehrlich schwer beansprucht. Die Gründe dafür liegen – wie schon erwähnt – in der die Bucht etwas südlicher überspannenden Bay Bridge. Beim Loma Prieta Erdbeben 1989 sind Teile dieser Brücke eingestürzt, was mittelmäßig beunruhigend ist, weil das Epizentrum in der Nähe von Santa Cruz und damit recht weit weg lag und das Erdbeben an sich mit 6,9 auch viel schwächer ausfiel, als das für die Region erwartete “Big one”. Seitdem wird parallel an einer neuen Brücke gearbeitet und im Zuge dieser Arbeiten wird das aktuelle, verlängerte Wochenende genutzt, um die alte Brücke Richtung Westen zu sperren. Dabei wird die Zufahrt zur alten Brücke so umgeleitet, das Platz geschaffen ist zum Bau der neuen Zufahrt. Und dabei wird auch der Verkehr von der East bay nach San Francisco umgeleitet über die Richmond – San Rafael Bridge und über die Golden Gate Bridge nach San Francisco. Richtung Osten ist die Bay Bridge befahrbar.

Unser Plan für heute war der Strand an der Half Moon Bay, erreichbar über die San Mateo Bridge, für die die Verkehrslage gut aussah. Der Plan im Detail:


Größere Kartenansicht

Half Moon Bay ist ein beschauliches Örtchen mit kleinen Läden und schönen Stränden. Etwas nördlich werden regelmäßig die Mavericks Surf Contests abgehalten, bei der die besten Surfer der Welt bei bis zu 8 Meter hohen Wellen ihr Können zeigen. Die Wellen sind unberechenbar und 2010 hat es den Zuschauerbereich erwischt.

Half Moon Bay

Waves at Half Moon Bay State Beach

e.s Kunstinstallation: "Licht, das durch Steine fällt"

Zu unserer Überraschung war auf dem Rückweg die Bay Bridge auch Richtung Westen wieder geöffnet, obschon die Sperrung bis Dienstag früh angesetzt war. Die knappe Begründung: “Wegen des guten Wetters sind wir früher fertig geworden.” Mit 6,3 Milliarden USD ist das Projekt etwa doppelt so umfangreich wir der neue Flughafen in Berlin, Europas größte Baustelle.

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Tilden Regional Park

Aus den Kommentaren kommt die Frage,  ob denn wohl unserer Staubsauger auch einen Namen bekommt. Ich denke wir testen seinen Charakter. Sollte er sich unerbittlich festsaugen und nicht mehr loslassen, auch wenn er voller Schmutz ist, dann soll er einen Namen haben.

Eigentlich wollten wir heute an den Pazifik., das war der Plan. Nun wurde ab gestern Abend nach langer Vorankündigung für das Wochenende die Bay Bridge für Bauarbeiten gesperrt. In der Folge brach der Verkehr auf den anderen Brücken zusammen und für uns war an Strand nicht mehr zu denken. Stadtdessen sind wir in den Tilden Regional Park gefahren und waren überascht, dass von dort die Skyline von San Francisco zu sehen ist ebenso wie die Golden Gate Bridge.

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Blogende

Wir sind angekommen, die Dichte der Ereignisse nimmt ab und ich schätze, dass damit auch dieser Blog langsam seinem Ende entgegen geht. Ja, das Fazit fehlt noch, wird nicht vergessen.

Monterey ist eine Stadt etwas südlich von Santa Cruz an der Pazifikküste. Das Monterey Bay Aquarium ist das Beste mir bekannte Aquarium und es war Vorbild für das Aquarium in Atlanta. So und jetzt kommt ein reichlich hölzener Übergang. Denn Monterey ist auch der Name für einen Markt in Berkley. So und jetzt kommt ein reichlich hilfloser Vergleich. Denn der Monterey Market in Berkeley ist der beste mir bekannte Markt. Reihenweise trauern jetzt Leser um an Mangel an Substanz eingegangenem Übergang und Vergleich. Derweil frohlocken wir um die Geburt eines neuen Einkaufserlebnisses im Land des Fast Food.

Der Markt bietet Obst und Gemüse auf der Fläche eines großen Supermarktes, ich habe solche Auswahl und Fülle noch nicht gesehen. Frisch und preiswert. Es gab fünf verschiedene Sorten Auberginen. Bis vor kurzem hätte ich nicht sagen können, wie die unverarbeitet aussieht, ich hoffe, das geht Euch auch so?

Heute Abend haben uns unsere Vermieter zum Abendessen mit in ihren Jachtklub genommen. Die Hemmschwelle der Amerikaner, sich zu Fremden an den Tisch zu setzen, Fremde kennen zu lernen und sich herzlich mit ihnen zu unterhalten, ist faktisch Null. Deutsche Beziehungen erreichen dieses Niveau erst zwischen Menschen, die sich einige Monate kennen. Aus diesen Umgangsformen zu schließen, die Beziehung sei auf dem hohen Niveau angekommen ist falsch und führt nach meiner Meinung zu der verbreiteten Ansicht, die Amerikaner seien oberflächlich. Nein, sie sind freundlich und herzlich und das von Anfang an.

Blogende ist natürlich quatsch, solange hier so nett kommentiert und mitgelesen wird, bemühe ich mich um Themen. Vielleicht nicht immer jeden Tag, aber wenn Ihr lest, schreibe ich.

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Staub.

Sau. Gen.

Kaum etwas anderes ist meiner Meinung nach geeignet festzustellen, ob oder ob nicht ein Zuhause vorhanden ist. Beim kurzzeitigen Aufenthalt in wechselnden Wohnungen muss niemand staubsaugen. Einfach den Dreck dorthin werfen, wo er nicht gleich gesehen wird oder mit dem Fuß etwas beiseite schieben, reicht und fertig. Das geht nun nicht mehr, der Sauger muss ran.  Unsere Vermieter haben dazu ein System am Start, bei dem lediglich ein langer Schlauch in einen an verschiedenen Stellen vorhandenen Wandeinlass eingestöpselt wird. Durch Kontakte springt dann im Keller ein Sauger an und erzeugt im System den saugertypischen (und technisch bedingt auch notwendigen) Unterdruck. Das ganze ist nun schon einige Jahre alt und ich wage die Behauptung, dass es sicher früher besser funktioniert hat. Technik auf diesem Niveau erleichtert das Leben nicht, sondern schafft Probleme auf einer neue Ebene: Wer entstopft die Rohre, findet Lekagen, besorgt Ersatzteile, wartet das System. Und. So. Weiter.

Für uns ist gut, dass wir die Ameisen an einen uns unbekannten Ort saugen. Trotzdem rüsten wir auf, wir haben uns einen Staubsauger von Miele gekauft. Der war doppelt so teuer wir damals unser “Tango” ebenfalls von Miele. Der konnte sich an der Decke festsaugen, wir schwärmen heute noch. Nun, er ist in gute Hände gegeben.

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Catalytic Converter

Geld ist die Lösung für fast alle Probleme. In Rodeo gibt es ein Unternehmen, dass für 45 USD einen Mitarbeiter hinausschickt, dre sich die VIN Nummer im Motor, der Fahrertür und den Autopapieren ansieht und das Fahrzeug anschließend im Computersystem des DMV registriert. Ein Problem weniger. Jetzt braucht Diego noch einen neuen rechten Katalysator.

Ein Problem mehr war das Haus, dass wir uns auf dem Weg heute angesehen haben, ein schwerer Sanierungsfall. Der Makler hat vor der Tür auf uns gewartet und ist gleich gar nicht mit hineingekommen. Vermutlich seiner Gesundheit zuliebe. Schimmel großflächig, in der Küche riesige Wasserlachen. Für 1.500 USD Miete im Monat ist das zu haben.

Die Wohnqualität steht hier in keinem Verhältnis zu Berlin, wir sprechen nicht von anderen Größenordnungen, wir sprechen von anderen Welten. Aber das gilt ausgleichend auch für andere Dinge. Am Wochenende fahren wir an den Pazifik.

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Valentine’s Day

Valentine’s Day ist hier eine große Sache. “What are you doing for Valentine’s Day?” haben uns unsere Vermieter gestern gefragt. “Nothing”, habe ich geantwortet. Verwirrte und fassungslose Gesichter bei ihm und ihr. Sie tastet verstohlen nach seiner Hand, er schaut irritiert nach e. und erwartet Tränen. Ja, ist es nicht furchtbar, wenn so junges Glück zerbricht.

Mit Diego kommen wir nicht weiter, wir müssen ihn hier registrieren, weil er ein “out of state vehicle” ist. Zur Registrierung muss die “Vehicle Identification Number” (VIN) von einem “California Highway Patrol Officer” geprüft, verglichen (Rahmen und Motor gleich?) und im Zentralcomputer des “Department Of Motor Vehicle” (DMV) abgelegt werden. Dann brauchen wir noch einen Smog-Test, ähnlich der Abgasuntersuchung in Deutschland. Vorher aber muss der Katalysator repariert werden (Der Grund für die Check-Engine Leuchte, wir erinnern uns). Für den Abgleich der VIN Nummern habe ich einen Termin am 20. März bekommen. Immerhin noch dieses Jahr.

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Geduld, eine Tugend?

Wohnungsbesichtigung, Ankommen in der möblierten Zwischenlösung und Diego sind die ganz großen Themen des heutigen Tages.

Die Besichtigung war keine Wohnung sondern ein Haus in Walnut Creek. Im Grunde ist aber auch einerlei, ob Wohnung oder Haus, gemeint sein kann eigentlich nur das Grundstück. Denn zwar stand da ein Haus darauf und es waren auch Möbel darin, soweit das in dem ganzen Müll zu beurteilen war. Aber die windschiefe Hütte ist ein Fall für einen Abrißunternehmer ohne Hemmungen. Die Bewohner waren nicht da, glaube ich, so genau wollte ich nicht hinsehen. Der schmierige Makler (oder Eigentümer) führte durch die Zimmer und erläuterte die Funktion, so wie sich das ein Architekt vielleicht einmal gedacht haben könnte. Die Gartenfläche war unterteilt in versiegelt mit Fugenbewuchs und unversiegel ohne Bewuchs. Es hieß, der Gärtner sei im Mietpreis inbegriffen. Der wird sich fühlen wie der Friseur vor der Vollglatze. Natürlich haben wir nichts angefasst und dennoch gut, dass Diego von der Reise noch Feuchttücher vorhielt.

In unserer möblierten Wohnung fühlen wir uns wohl, wenngleich bei feuchtem Wetter – es hat heute geregnet – die Ameisen aus der Region auch hier einziehen. Unter der Spüle legen diverse Mittelchen Zeugnis davon ab, dass auch schon unsere Vormieter von dieser Form der Wohngemeinschaft nicht viel gehalten haben. Leider haben sie keinen Erfahrungsbericht zurückgelassen.

Diego wird einige Zuwendung benötigen. Einige. Ich gehe davon aus, dass morgen ein runderes Bild der Situation verfügbar sein wird und bedanke mich für Eure Geduld.

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