Spätfolgen des Umzugs (Nachtrag)

Da es zu dem Radio so viele Nachfragen gegeben hat (also eine, um genau zu sein), folgt hier ein Link zu dem Gerät im Radiomuseum. Vollständig mit Bild und Schaltplan zum Nachbauen. Einfach schön!

(das Gerät ist ein collectors item aus dem Jahr 1986, vielleicht sogar 1985. Echt vintage.)

 

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Spätfolgen des Umzugs

Das sind so Dinge, die einem nie jemand glaubt: Unser Ur-uralt-Küchenradio kommt ohne weiteres mit der Spannung im US-Haushaltsnetz (110 Volt) klar. Für Euch zur zeitlichen Einordnung: Das Gerät hat noch ein Laufwerk für Kompact- Musikkassetten. Das ist archaische Technik aus dem prä-digitalen Zeitalter.

Dagegen versagt unser vergleichsweise neuer Lexmark Laserdrucker aus Deutschland vollständig. Zunächst braucht er einen externen Transformator, der die 110V aus der Dose wieder auf 230V hochspannt. Dann gönnt er sich ständig mehr Strom, als von Lexmark behauptet und überfordert unseren Transformator nach spätestens 30 Druckseiten. Schließlich – und das ist nun wirklich verdrießlich – verweigert er die Annahme der von Lexmark für den exakt gleichen Drucker auf dem US-Markt hergestellten Toner. Die Toner werden mit einem Chip versehen und so codiert, das Toner aus den USA nicht in Druckern aus Deutschland funktionieren.

Lexmark hat sich bemüht, uns in dem Problem weiter zu helfen und ist dabei aber vollkommen hilflos. Die Ingenieure verstehen nicht, warum irgendjemand einen Drucker aus Deutschland in den USA betreiben will und ich verstehe nicht, warum das nicht erlaubt sein soll.

Regionale Preisdifferenzierung nach marginaler Zahlungsbereitschaft der Kunden ist vermutlich die Idee einer Jungakademiker-Heißdüse aus der Lexmark-Strategieabteilung: Der Toner ist in Deutschland viel teurer als hier.

Also Finger weg von Lexmark Produkten, die könnt Ihr nur verwenden, solange Ihr nicht umzieht.

Den Chip auf dem Toner habe ich mit der Zange herausgebrochen und auf den US-Toner aufgeklebt. Ich lass mir doch von den Pfeifen bei Lexmark nicht vorschreiben, wie ich mein Eigentum zu verwenden habe.

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Neuzugang im Haushalt

Ihr habt mitbekommen, dass hier eine gewisse Zurückhaltung geübt wird im hinausplauzen von persönlichen Details. Vielfach bekommen wir zu hören, das sei der erfrischende Unterschied zu Seiten etwa Facebook oder dergleichen. Dennoch will ich heute eine Ausnahme machen, indem ich berichte von einem Vorfall aus jüngster Zeit, dessen Folgen für eine schwierige Situation gesorgt hat. Ich will nicht von einem Härtefall sprechen, aber lest doch einfach selbst.

Alles begann damit, dass unserer treuer Staubsaugerrobotter “e2-t2” Probleme mit seiner Logikeinheit entwickelte: Er wirkte schlicht häufiger verwirrt. Zunächst ist uns das nicht aufgefallen. Dann haben wir es nicht weiter beachtet und uns nichts anmerken lassen. Schließlich aber ging auch das nicht mehr: das störrische Gerät blieb irgendwann einfach mitten im Raum leblos liegen. “e2t2” war nicht mehr dazu zu bewegen, seiner verantwortungsvollen Aufgabe weiter nachzugehen.

Die Diagnose vom Experten (mir) war eindeutig: “Ist kaputt.”

Nun gehört ein Staubsaugerrobotter nicht zwangsläufig zu den absolut lebensnotwendigen Geräten in einem durchschnittlichen Haushalt. Und daher haben wir beschlossen, zukünftig wieder ohne zu leben. Und das haben wir auch fast einen Monat durchgehalten.

Dann war es hier so dreckig, dass etwas passieren musste.

Also haben wir einen neuen gekauft.

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Rasen und Schießen

Deutschland diskutiert über ein Tempolimit auf Autobahnen, in den USA sind strengere Waffengesetze das Thema. Die USA stehen mit ihren Waffengesetzen ziemlich allein, ebenso die Deutschen mit ihrer Autobahn. Beides wird sich nicht ändern, die Mehrheit der Bevölkerung jeweils will das nicht. Die Gegner der Maßnahmen haben starke Lobbygruppen, die NRA (National Rifle Association) und den ADAC, beide Vereine getragen vom konservativen, weißen und alten Mann, Waffenbesitzer hier und Autofahrer dort. Die Argumente sind Regelungswut, Arbeitsplätze und immer wieder “Freiheit”. Waffenbesitzer und Raser vertreten die Ansicht, sie hätten alles im Griff. Und sie irren sich damit regelmäßig. Viele Tote jedes Jahr werden an der Ansicht nichts ändern, die Amerikaner wollen schießen und die Deutschen wollen rasen. Das ist ein trauriges Kapitel für beide Nationen.

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Wassersparen!

Seit 1. Mai gilt in Santa Cruz die Stufe 1 der Einschränkungen beim Wasserverbrauch. Das bedeutet, es darf zwischen 10 und 17 Uhr nicht mehr der Garten gewässert werden. Also jedenfalls nicht mir dem Schlauch, Gießkanne ist weiterhin in Ordnung. Die Strafe für Zuwiderhandlung ist beim ersten Mal eine Ermahnung, dann 100 USD, dann 250 USD, dann 500 USD und dann ist sicher inzwischen auch der Winter wieder da.

Die Küstenregionen Mittel- und Nordkaliforniens sind anders als wir in Deutschland glauben nicht heiß, sondern mild. Berliner Sommer sind heiß, aber hier trägt man im Sommer abends den Pulli und im Winter trägt man ihn eben auch tagsüber.

Extremer ist die Situation beim Niederschlag, währen Berlin im Monat zwischen 35 und 70 mm Niederschlag hat, haben wir hier zwischen Mai und September gar keinen Regen und im Winter bis zu 150 mm pro Monat. Dann gallert es stundenlang und am Ende ist wieder der Highway überflutet.

Die Stadtälteren können auch aus dem Winter erzählen, in der eine Flash Flood (Sturzflut) eine der fünf Brücken über den San Lorenzo River hinfortgespült hat. Die übrigen Brücken mussten gesperrt werden und für einige Tage war die East Side ziemlich weit von der West Side entfernt.

Im Schnitt und im Jahr fallen in Santa Cruz 750 mm Regen und in Berlin 580 mm, es regnet also hier viel mehr. Nur eben in kürzerer Zeit. Und nicht im Sommer, da zerfällt alles zu Staub.

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Neue Bilder

Ich bin leider etwas knapp an Zeit im Moment. Aber ich habe neue Photos eingestellt.

Check it out!

😉

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Gopher

Der Gopher ist eine Mischung aus einem Maulwurf und einem Erdhörnchen. Das hört sich jetzt so ganz niedlich an, ist es aber nicht. Der deutsche Name für das Tier ist ‘Taschenratte’. Die Taschenratte ist ein Schädling, sie lebt unter der Erde, legt Gänge und große Hohlräume an, frisst Wurzeln und gilt als verhalten aggressiv.

Es war letztes Jahr schnell klar, dass wir so ein Tier bei uns im Garten haben. Zum einen, weil es regelmäßig vorkam, dass wir mit dem Fuß durch das Erdreich brachen und in einem dieser Hohlräume steckten. Zum anderen, weil sich im Schuppen diverses Gerät fand, dass unsere Vormieter beschafft haben müssen, um das Tierchen zu vertreiben. Offensichtlich ohne Erfolg.

Dieses Jahr kam im Frühling ein weiteres Indiz hinzu: Es fehlten im Garten immer wieder junge Pflanzen, die den Abend vorher ziemlich sicher noch vorhanden waren. Vor einigen Wochen schließlich konnten wir dann sogar dabei zusehen, wie eine California Poppy vor unseren Augen im Erdreich verschwand.

Ich hatte natürlich sofort die Schaufel in der Hand, bekam aber keine Genehmigung zu Handlung.

Das änderte sich erst, als an einem Morgen vor einigen Tagen e.s schöne Klematis fehlte. Kein sehr weiser ‘move’ von unserer Taschenratte.

Die Macabee-Falle von Home-Depot ist erfreulich effektiv, ich empfehle aber Vorsicht mit den Fingerchen. Die Taschenratte habe ich unter den Rosen begraben.

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Steuererklärung als Teilmenge von Bürokratie

Die amerikanische Bürokratie ist kundenfreundlich, vollkommen ineffizient und total verhasst. Die deutsche Bürokratie ist bürgerfeindlich, vollkommen ineffizient und irgendwie akzeptiert.

Mehr ist im Grunde zur Teilmenge ‘Steuererklärung’ auch nicht zu sagen.

Wer trotzdem mehr will, dem sei geholfen:

Sehr kundenfreundlich: Die Formulare zur Steuererklärung sind eine Art Schritt-für-Schritt Anleitung. Jeder Schritt ist in vernünftigen Worten erklärt (allerdings viel Englisch) und am Ende hat der Steuerpflichtige seine Steuerschuld selbst berechnet und auf dem Formular eingetragen. Es gibt eine 24 Stunden, kostenlose Hotline für Fragen. Das ganze geht online an die Steuerbehörden, der Scheck über die Steuerschuld wird per Post hinterhergeschickt.

Vollkommen ineffizient: Es gibt zwei Steuerbehörden, damit geht es schon mal los. Die eine ist der Staat Kalifornien und die zweite ist “Federal”, also der Bund, die USA, Ihr wisst schon. Und wenn ich schrieb, die Formulare seien ordentlich erklärt, so ist doch nichts gesagt worden über die Menge an Seiten die ausgefüllt werden müssen. Die selbstberechnete Steuerschuld (oder -erstattung) wird zunächst grundsätzlich akzeptiert und nur im Ausnahmefall kommt der Steuerprüfer.

Total verhasst: Das Postamt ist am 15.4. rappelvoll, da wirfst Du keine Briefmarke mehr durch. Das liegt nur daran, dass die ganzen Pfeifen ihre Steuererklärung auf den letzten Drücker erstellen und jetzt Menschen wie mir auf den Füßen stehen, die ihre Steuererklärung auf den letzten Drücker erstellen. Wie wir da jedenfalls alle gutgelaunt im Postamt herumstehen, sind zwei Themen echte Smalltalk-No-Brainer: Verachtung für die Behörden und die absurd hohen Steuersätze.

Und zu letzterem – Ihr wisst schon – mehr wann-anders.

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04/15/2013

Das ist morgen, April 15th, 2013. Oder eben 04/15/2013, wie die Amerikaner schreiben: Monat/Tag/Jahr.

Vor einigen Wochen war ich mit E. beim Tierarzt, impfen. Ich habe im Anschluss an die Prozedur und meinem inneren Wesen als guter Deutscher folgend die Ärztin gebeten, die Impfung im Haustierpass zu dokumentieren. E ist ein deutscher Hund mit einem Deutschen (Impf-)Pass, natürlich. In ebenjenem stand als Datum der letzten Impfung 15.03.2010. Die Ärztin vermerkte die neue Impfung und gab mit den Pass mit der Bemerkung zurück, das heutige Datum möge doch bitte ich eintragen, das Format sei verwirrend. Und unlogisch, fügte sie nach kurzer Pause noch hinzu.

Was ist wohl logischer, Tag.Monat.Jahr oder Monat/Tag/Jahr? Und gleich die Gegenfrage: Twohundred | sixty | five oder zweihundert | fünf | [und] sechzig? Warum wird die Zahl nicht in der Reihenfolge der Ziffern gesprochen?

Am Ende zeigt das, wie sehr wir alle in unseren gewohnten kleinen Kreisen verhaftet sind.

Anyway, what I meant to say is this: April 15th ist tax day. Zu dem Datum muss in den USA die Steuererklärung des Vorjahres abgegeben sein. Und – Achtung! – die Steuer muss auch bezahlt sein.

Dazu wann-anders mehr.

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Creditscore

Eines der Probleme mit denen sich der USA – Neuling konfrontiert sieht ist die Sache mit dem Creditscore. Der Creditscore ist eine Datenbank mit Informationen zur Kreditwürdigkeit vergleichbar mit der Schufa in Deutschland.

Der große Unterschied zwischen der Schufa und dem Creditscore ist allerdings, dass der Creditscore mit jedem erfolgreich getilgten Kredit immer besser wird. Wer also noch nie einen Kredit hatte, der hat auch keinen guten Creditscore und bekommt folglich auch keinen Kredit.

Das klingt zunächst, als ginge es ab hier nicht weiter. Aber das ist hier das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und eine Möglichkeit ist: Geld. Ich bin ziemlich sicher, das ist auch die einzige Möglichkeit. Anyway, jede Bank kann eine Secured Credit Card ausstellen. Bei diesem Produkt bekommt der Antragsteller eine Kreditkarte, wenn er den Kreditrahmen voll und in bar bei der Bank hinterlegt. Das hinterlegte Geld wird die Bank an den Kunden zurückverleihen, als Kredit sozusagen und zu Zinsen, versteht sich. Außerdem kostet die Secured Credit Card 60.- USD Gebühren im Jahr.

Creditscore wird nun aufgebaut, in dem diese Secured Credit Card genutzt wird, aber nicht zu viel. Ideal ist eine Nutzung von 1% bis 20% des monatlichen Kreditrahmens. Weitere Faktoren sind pünktliche Zahlung (sehr wichtig) und (weniger wichtig) Anzahl und Alter der Kredite und möglichst keine weiteren Kreditanfragen.

Das ist es dann auch schon. Nach einem Jahr erstattet die Bank automatisch die hinterlegte Kaution und aus der gebührenpflichtigen Secured Credit Card wird eine gebührenpflichtige Credit Card. Es empfiehlt sich zu dem Zeitpunkt bei der Bank anzurufen und mit mildem Rabatz die Abwandlung in eine kostenlose Credit Card zu bewirken. Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt tauchen in der Post die ersten Angebote für weitere kostenlose Kreditkarten auf.

Nach zwei Jahren ist der Creditscore ordentlich und nach drei Jahren etwa überschreitet er die Schwelle zum sehr gut.

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