Was hat die Tollwutimpfung mit den neuen Kennzeichen zu tun?

Eine Warnung vorweg: Dieser Blogeintrag ist richtig schlecht! Lest nur weiter wenn Ihr die Zeit übrig habt.

Leute! Ich bin vollkommen fertig, föllich runter sozusagen. Und das liegt nicht daran, daß der DAX heute fast 200 Punkte verloren hat (was macht Ihr da, “back in Germany”?!?).

Was wird größer wenn man mehr wegnimmt? Löcher. Diegos vorderes Kennzeichen habe ich mit zwei neuen davon versehen. Die Bohrungen selbst waren vollkommen unproblematisch, aber das Abmessen ihrer Position war mir nicht möglich, es gibt hier keine Maßbänder. Abgesehen von den Dingern mit den Phantasieeinteilungen: Inch, Quater Inch, Half Quarter Inch. Ja, haben die denn den Schuß nicht gehört? Was ist denn die Hälfte von 7 and 3/8 Inches? Egal, Bindfaden geht auch: In der Länge des Kennzeichens abschneiden, davon den Abstand der beiden Schrauben an der Stoßstange abschneiden und die Hälfte des verbleibenden Fadens ist der Abstand der neuen Löcher vom Rand des Kennzeichens. Diego sieht zum ersten Mal überhaupt vollständig aus. Fotos reiche ich nach. Aber deswegen bin ich nicht so fertig.

E. (der Hund) ist nun offiziell in El Cerrito registriert. Die Stadtverwaltung hat strengere Regeln an die Tollwutimpfung als die Bundebehörden, weswegen E. zwar in die USA einreisen durfte, aber nicht nach El Cerrito. Also habe ich sie heute zur Nachimpfung gebracht, die 22 USD kosten sollte. Am Ende waren es 90 USD, weil die Kosten einer vorherigen allgemeinen Untersuchung hinzukommen. Darüber war ich “not happy”, was einige Diskussion zur Folge hatte, bitte, ich möge das doch einsehen, die Risiken und so weiter, man müsse vor der Impfung prüfen, ob der Hund gesund sei. Und man könne mir ausnahmsweise entgegenkommen, 10 USD Nachlass. Ja, das sehe ich ein und das schätze ich auch, dennoch hätte es besprochen werden müssen und 10 USD, “I do not feel that to be acceptabel”. Da brach der Widerstand, ich zahle 22 USD und wir gehen als beste Freunde auseinander. Aber deswegen bin ich nicht so fertig.

Ich bin so fertig, weil ich heute kurzfristig an einer Segelregatta teilnehmen konnte. Das hat mit dem von mir sonst praktizierten Freizeitsegeln etwa so viel zu tun wie Golf mit Sport. Ich bin fertig und … I might be a little out of shape. Anschließend gab es Chilli und ich fürchte, daß ich meine Situation nicht verbessert habe. Mit vier Mal Nachschlag halte ich den Rekord an unserem Tisch. Das immerhin, wenn schon wir nicht gewonnen haben.

Und was hat jetzt die Tollwutimpfung mit den neuen Kennzeichen zu tun?

Naja… nichts. Beide haben nichts damit zu tun, daß ich fertig bin.

Wieso, was dachtet Ihr denn?

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Rückblick: Seventeen Mile Drive, Surf and Sea Lions

Es gibt eine gute Nachricht und eine schlechte. Die gute Nachricht ist, Diego hat seine Kennzeichen bekommen. Die schlechte Nachricht ist, sie passen nur hinten. Kalifornische Kennzeichen sind identisch für vorne und hinten. Anscheinend gilt das für Kennzeichen aus Florida nicht, die beiden Gewindelöcher an Diegos vorderen Stoßstange haben einen größeren Abstand als die Löcher in kalifornischen Kennzeichen. Also müssen wir Diego eine neue Stoßstange kaufen. Oder zwei neue Löcher in die Blechkennzeichen bohren. Für letzteres spricht, dass wir für die Stoßstange schon zwei passende Schrauben gekauft haben. Eine freundliche Bedienstete eines lokalen Baumarktes in Santa Cruz war aufrichtig bemüht, die passenden Schrauben zu finden, viel Hin und Her, zu groß, zu klein, wieder zu groß. Schließlich steht sie ratlos vor unserem Auto, die Hände voll mit nicht passenden Schauben. Oder ist das vielleicht ein metrisches Auto? Es stellt sich heraus, ja, Diego ist metrisch bis in die Stoßstange. Die freundliche Bedienstete ist voll des Bedauerns, metrische Schrauben kosten das doppelte und sie muss die erst suchen. Schließlich zahlen wir für zwei metrische Schrauben nebst Steuern, stundenlanger Beratung und ewiger Suche 98 Cent. In Deutschland hätten wir für die Schrauben nichts gezahlt, wir hätten sie an einem Sonntag erst gar nicht bekommen.

Das metrische System wird auf diesem Planeten ausschließlich nicht verwendet auf den Gebieten der Supermächte Liberia, Myanmar und USA.

Santa Cruz hatten wir frühmorgens entlang der Küste auf dem Highway 1 erreicht. Kennzeichen abholen, eben noch metrische Schrauben kaufen und schon sind wir weiter entlang der Küste Richtung 17 Mile Drive bei Camel am anderen Ende der Bucht von Santa Cruz, die in Wahrheit ‘Bucht von Monterey’ heisst. Die ganze Gegend hier ist schön, aber der 17 Mile Drive ist extra schön. Deswegen sind 9,75 USD Eintritt fällig.


View 17 Mile Drive in a larger map

Tagelang schlechtes Wetter mit kräftigen Winden aus Westen haben Wellenberge auf dem Pazifik aufgetürmt. Die Nationale Wetterbehörde gab denn auch für die Küstenregionen am Wochenende Warnungen heraus und sprach von “Wellen, höher als durchschnittlich”. Für mein Gefühl war das untertrieben, aber hey, die sind die Experten.

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe solche Entfesselung von Naturgewalten bisher nicht gesehen und bin erstaunt, dass soetwas noch ein “Wetter” ist (und nicht etwa Weltuntergang für den Teil des nassen Elements). Das also ist der ‘Pazifik’ mit Wellen ‘höher als durchschnittlich’ durch einige Tage Wind aus der richtigen Richtung.

Die Meeresbewohner ziehen sich zurück in ruhige Buchten

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(Unser erster Californian Sea Otter)

oder auf sichere Felsen.

Felsen mit Seelöwen

Zurück in Santa Cruz war die Situation auf dem Ozean deutlich geordneter. Dafür ging es am Grill zur Sache. Wir sind viel zu lange geblieben und haben den Rückweg über die Santa Cruz Mountains gewählt, nicht ganz so schön, aber eine halbe Stunde schneller.

 

 

 

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Ausblick: Sun, Santa Cruz and serious barbecue

Es gibt eine gute Nachricht und eine schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass Diegos Kennzeichen angekommen sind. Die schlechte Nachricht ist, dass sie in Santa Cruz angekommen sind. Die gute Nachricht ist, dass wir also einen Grund haben, wieder nach Santa Cruz zu fahren. Die schlechte Nachricht ist, dass wir das natürlich ohne Kennzeichen tun müssen, zumindest solange auf dieser Welt zeitlich das Problem vor der Lösung liegt. Die gute Nachricht ist, dass das Wetter schön wird am Wochenende und dass es zu “serious barbecue” kommen wird, down in Santa Cruz.

Wir freuen uns darauf.

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Neues von der Maus: Sie war nie da.

Ihr erinnert Euch an die Geschichte vor einigen Tagen, von der Maus, vor der sich unser Hund so fürchtet? In der Sache gibt es neue Informationen. Und ich bin nicht sicher, wie ich die neue Lage für Euch vernünftig ausleuchte.

Es hat bisher hier nur am Rand Erwähnung gefunden, dass unsere Vermieter auch Hunde haben, zwei Dackel nämlich. Julia ist die alte und graue Dackeldame und Mutter von Giovanni. Zu Giovanni kann ich nicht so viel sagen, er steht meistens irgendwo herum und macht weiter nichts. Wenn er sich bewegt, dann weil er woanders herumstehen will. Julia dagegen ist ein eigener Charakter, sie bewegt sich langsam, sie simuliert alle möglichen Gebrechen durch Anheben der rechten Pfote, sie quietscht viel, sie bettelt um Mittleid, sie bewegt sich mit einer weinerlichen Haltung durch ihr Leben.

Heute klopft unser Vermieter an unsere Tür, er ringt etwas um Worte und kommt dann mit der Sprache raus, er wirkt noch immer tief betroffen: Julia hat letzte Nacht im Haus eine Ratte erlegt.

Das ändert alles, unsere Einschätzungen von den Ereignissen der nämlichen Nacht, unser Bild von der grauen Dackeldame und das Ausmaß der Ungeziefersituation hier. Unser Vermieter macht sich darüber auch keine Illusionen, wo eine Ratte ist, da sind auch weitere, vermutet er. Wie schön, dass wir nur mieten.

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Raserei

Es ist vermutlich nur fair und ausgleichend, wenn in der Diskussion um unzureichende Regulierung des Waffenbesitzes  in den USA auch über die unzureichende Regulierung der Geschwindigkeiten auf deutschen Autobahnen gesprochen wird. Bei beiden Themen kommt die Vernunft nicht durch, weil die Bevölkerung sich in ihrer Freiheit eingeschränkt sieht. Hinzu kommt, dass die NRA (National Rifle Association) ebenso wie der ADAC starke Lobbyorganisationen sind, mit denen sich kein Politiker gerne anlegt. 160 im Regen ist im Grunde die deutsche Version des Familienvaters mit der Pumpgun: In der Regel geht das gut, aber irre ist es schon.

Das Land Brandenburg hat einer Studie 2007 festgestellt, dass 15% aller PKW auf der A9 über 230 Km/h fahren. Auf dem Abschnitt der A24 zwischen Berlin und Wittstock/Dosse sind die Unfallzahlen um 66% zurückgegangen seitdem die Geschwindigkeit im Jahr 2002 nach einem schweren Unfall mit 6 Toten auf 130 km/h begrenzt wurde. Auf der A2 zwischen Ziesar und Wollin gibt es auch keine schweren Unfälle mehr, seitdem dort Tempo 130 gilt. Tempo 130 auf deutschen Autobahnen bedeutet 200 bis 300 weniger Tote pro Jahr, 10 bis 20.000 weniger Verletzte, und 2 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid.

Tempolimit wird kommen, ebenso wie strenge Waffengesetze in den USA. Es kann dauern, aber letztlich setzt sich Vernunft durch. Das hat sie ja auch schon, fast überall.

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Kleinwaffen

Recherchen zu dem Thema sind deprimierend und ernüchternd. Die Bevölkerung in den USA hat bald vor lauter Waffen keinen Wohnraum mehr, auf 100 Einwohner kommen 89 Revolver, Pistolen und Gewehre, vier von zehn Haushalten sind bewaffnet. In Brasilien kommen 8 Kleinwaffen auf 100 Einwohner und selbst in Mexiko sind es nur 15. Deutschland und die Schweiz sind auch ordentlich mit Waffen eingedeckt, hier kommen 30 bzw. 46 Handfeuerwaffen auf 100 Einwohner. Diese Daten sind aus dem Small Arms Survey, in dem die Autoren auch darauf hinweisen, dass zwei Länder die genaue Übersicht verloren zu haben scheinen, wie viele Schußwaffen im Umlauf sind: Jemen und Schweiz.

Auch in unserem Haushalt findet sich eine Waffe, leider. Unser Vermieter hat eine Pumpgun in seinem Waffenschrank, zur Selbstverteidigung natürlich. Nur ist die Wahrscheinlichkeit, dass  Mitglieder dieses Haushaltes durch die Waffe zu Tode kommen 12 Mal höher als die, dass er damit einen Einbrecher erschießen wird. Bei seiner Frau steigt das Risiko, ermordet zu werden statistisch um den Faktor 5, das Risiko für Selbstmord steigt um den Faktor 3. Überhaupt ist in 86% der Fälle Selbstmord das Ergebnis, wenn die Waffe im Haushalt eingesetz wird. Eine Waffe im Haus ist eine sehr schlechte Idee.

Statistisch setzen sich Hausbewohner in den USA nur in 1,5% der Fälle mit einer Schußwaffe gegen einen Einbruch zur Wehr. Doppelt so oft gerät die Waffe in die Hände der Einbrecher.

1.000 Menschen sterben durch Kleinwaffen weltweit, jeden Tag. Deutschland ist auf Platz vier der größten Exporteure, vor allem Dank Heckler&Koch.

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Steppen

Warum haben Steppenenten Plattfüße? Damit sie brennende Grasbüschel austreten können. Warum haben Elefanten platte Füße? Damit sie brennende Steppenenten austreten können.

Nun ja.

Soweit ich weiss gibt es gar keine Steppenenten. Das Steppenhuhn ist bekannt, oder der Steppenwolf, -adler, -fuch, -iltis, das Steppenzebra, die gibt es alle, klar. Natürlich gibt es auch Steppenbison, Steppengrashüpfer, Steppengrille, -igel, -kiebitz, -katze, Steppenmöve, – mammut, -murmeltier, -nashorn, -natter, -otter, -pavian, -pferd, -schuppentier, -schnecke, -schaf, -schildkröte und natürlich auch den Steppenwarran gibt es. Wer fehlt in der Liste? Ja klar, die Mehrheit weiss es, die Steppenbirkenmaus oder auch einfach Streifenmaus aus der Familie der Springmäuse. Wer noch? Na klar! Der Steppenelefant. Zum Verhältnis zwischen Steppenelefant und Steppenmaus und sogar allgemeiner zwischen Elefant und Maus heisst es ja oft, der Elefant fürchte sich vor der Maus. Bernhard Grzimek soll das zwar in Versuchen widerlegt haben, aber auch das Gegenteil wurde schon gezeigt und im Bewegtbild festgehalten. Diesen so sorgfältig bis hierher entwickelten roten Faden wollen wir damit zunächst aufgeben und uns gänzlich anderen Dingen widmen.

Gestern Nacht wurde ich zu unmöglicher Zeit wach und hatte sofort in mir das Gefühl, dass irgendetwas nicht in Ordnung war. Ich brauchte einige Momente, um mich zu sammeln und zu bemerken, dass unser Hund E. angespannt neben mir am Kopfende des Bettes saß. Da waren merkwürdige Geräusche, es hörte sich an, als würde jemand Blumenkübel auf unserer Terasse vorsichtig Zentimeterweise verschieben. Kurz darauf klirrte unser Geschirr leise, so als sei jemand gegen den Schrank gestoßen. Zu den ab hier folgenden Ereignissen gibt es zwei Versionen. Ich sehe das so, dass ich in einer einzigen Bewegung behende aus dem Bett federte und das Licht einschaltete. Die Fakten sprechen aber eher dafür, dass ich unter Ächtzen und Stöhnen und innerhalb eines etwas größeren Zeitfenster den Weg aus dem Bett fand um dann nochmals viel Lärm zu entwickeln sowie viel Zeit zu benötigen für die Suche und Betätigung des Lichtschalters: Es war nun nämlich direkt nichts mehr zu sehen. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass vermutlich eine Maus sich zu schaffen gemacht hat an dem getrockneten Brot (das schabende Geräusch), dass wir für E. auf einen Teller auf der Anrichte haben stehen lassen (das klirrende Geräusch). Der Zeitpunkt ist im Grunde auch günstig, die Ameisen sind weniger geworden und wir haben also wieder etwas Platz für neue Gäste.

Es mag nun also sein, dass Elefanten sich fürchten oder sich nicht fürchten vor Mäusen. Unser Hund aber fürchtet sich.

Kommen wir nun zu etwas tatsächlich vollkommen anderem: Wir haben die Photoseite überarbeitet und viele bisher nicht veröffentlichte Bilder hinzugefügt, sozusagen der Directorscut.

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Diego: Kaufpreis angepasst

Erstens: Die(gos) Kennzeichen sind gestern abgelaufen. Zweitens:  Zwanzig US Dollar. Das ist die Strafe für das Fahren ohne Kennzeichen. Need I say more?

Nichtverderbliche Lebensmittel aka (also known as) Dosenfutter, damit sind wir eingedeckt. Das erfolgte im Rahmen unseres Programs “Earthquake Preparation”. Vorsorglich haben wir uns nun im Vorfeld der schwierigen Situation (ohne Kennzeichen) auch mit verderblicher Ware eingedeckt. Unser kleiner brauner Kühlschrank aus der Epoche der Kubakrise müht sich tapfer und röhrt gegen den Temperaturanstieg an. Das Tiefkühlfach hat schon gleich aufgegeben und ich musste das Speiseeis, dass ich unter e.s tadelnden Blicken kleinlaut in den Einkaufswagen gelegt hatte, zu unseren Nachbarn bringen. “Er” war total begeistert und bekam leuchtende Augen, anscheinend ist seine Frau auch Lebensmittel-restriktiv.

Von unserem Autohändler in Florida erreichte uns ein Scheck, er hat uns den sechsten Teil von Diegos Kaufpreis erstattet. Darauf hatten wir uns nach vielem Hin- und Her schließlich geeinigt und damit finden die hohen Kosten für die Reparatur des Katalysators rückwirkend Berücksichtigung im Kaufpreis. Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Jetzt noch Kennzeichen, ach, das wär schön, so schön!

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DMV

Niemand möchte in den USA ohne Auto sein. Keine Wohnung, kein Thema. Schlechter Creditscore, gängig. Aber kein Auto? Leider sehe ich eine solche Situation auf uns zukommen. Unsere vorläufigen Kennzeichen laufen morgen ab und der Staat Florida gibt für ein Fahrzeug nur drei Mal hintereinander vorläufige Kennzeichen heraus, wir bekommen keine mehr. Derweil ist bei dem California Department of Motor Vehicle (DMV) eine kleine Task-Force eingerichtet worden, in der die besten Mitarbeiter der Behörde in Schichten rund um die Uhr daran arbeiten, unser Fahrzeug zuzulassen und unsere Kennzeichen herzustellen. So jedenfalls denke ich mir das. Es ist ja auch nicht so, als würden wir die Brüder nicht kennen, wir haben dort unsere Führerscheinprüfung abgelegt. Die Stimmung bei einem DMV ist eine Mischung aus Börsenparkett und indischem Bazar, viele Menschen, viele Stimmen, Telefone, unmengen Papier, Ordner. Für das untrainierte Auge ein ziemliches Durcheinander. Wenn mich meine Erinnerung nicht narrt, liefen da Hühner und pickten auf den Schreibtischen nach Krümeln. Ganz sicher bin ich aber nicht und ich will es daher so hinstellen: Sollten da Hühner sein, fügen sie sich nahtlos ein. Sollten da keine Hühner sein, fällt das genauso wenig auf.

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Payback time

Über diese Kreuzung führt der einzige Weg zum Point Isabel Dog Park. Es ist eine der in Kalifornien reichlich vorhandenen “four (two / three / all) way stop”. Ich hatte vor einem Jahr schon über diese Form der Verkehrsregelung berichtet und meine Begeisterung ist ungebrochen. Vorfahrt als mit der Hupe durchsetzbares Recht gibt es nicht, niemand hat Vorrang. Alle sind gleich, alle müssen anhalten und alle dürfen danach fahren, alle der Reihe nach. Und das funktioniert.

Das funktioniert, weil es getragen wird von der Idee der gegenseitigen Rücksichtnahme und der Bereitschaft, sich mit anderen Menschen auseinander zu setzen. “All way stop” gibt es außerhalb der USA auch in Kanada und in Südafrika, Schweden immerhin hat es versucht.

Auf dem Weg zum Einkaufen im Safeway heute Mittag erreicht mich ein Anruf aus Deutschland. Der Anrufer war erstaunt, dass ich am Sonntag einkaufe und ich war erstaunt, dass der Anrufer erstaunt war. Der Safeway in El Cerrito ist brandneu und die Mitarbeiter wirken stolz auf den modernen Verkaufstempel. Einkaufen kann dort natürlich jeder, aber nur der Besitzer der Safeway-Card kann einen Teil des Einkaufspreises mit der Überlassung privater Daten an die Statistikabteilung bezahlen. Die wissen über uns inzwischen besser Bescheid, als wir selbst. Denn während wir noch glauben, einzigartige Individualisten zu sein, kann Safeway uns der breiten Datenspur zuordnen, die vor uns schon tausende gezogen haben. Vermutlich wird Safeway inzwischen wissen, welche Salami mir schmecken würde, ähnlich etwa, wie LastFM.com weiss, dass auch Linkin Park mag, wer Placebo hört. Safeway kennt meine Datenspur, weiß wo ich darin stehe und wie der wahrscheinliche weitere Verlauf ist. Habe ich ein Auto, ein Haus, Familie oder einen Hund, wie viel etwa verdiene ich und wie alt werde ich? Wenn Safeway das nicht weiss, dann habe ich nur noch nicht genug eingekauft. Und das ist nur ein Supermarkt und keine Kreditkartenfima. Die positive Seite ist, dass ich alleine heute 1,16 USD gespart habe, nur weil ich diese Safeway-Card habe. Ey, ich hab Safeway so abgezogen, die haben ja keine Ahnung!

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