Nachtrag

Letztes Jahr hatte ich zum Thema ausufernde und kleinteilige Regulierung zu den Aufschlägen auf den Strompreis und die Netznutzungsentgelte in Deutschland geschrieben. Das waren zur Erinnerung: KWK Abgabe, EEG Abgabe,  Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Umsatzsteuer und seit Anfang 2012 die Umlage nach §19 Abs. 2 StromNEV.  Dieses Jahr kommt nun die Offshore-Haftungsumlage nach §17f Abs. 5EnWG dazu. Das sind 0,25ct je Kilowattstunde für die ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle, für jede weitere kWh beträgt die Umlage zusätzlich 0,05ct es sei denn, der Abnehmer ist ein Unternehmen, dessen Stromkosten im vorigen Jahr 4% des Umsatzes überstiegen haben, dann beträgt der Aufschlag auf die Umlage zusätzlich nur 0,025 ct je kWh.

Spätestens wenn ich hier monatlich aktualisieren muss, werde ich bereuen, dass ich das Thema je angefasst habe.

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366 Tage

366 Tage USA. Nicht nur war das ein sehr schönes Jahr, es war auch noch besonders lang: Schaltjahr. Vor einem Jahr sind wir in Florida gelandet, müde, gejetlagt und zur Hälfte krank. Wir hatten drei Koffer und die eine grobe Vorstellung von der Richtung: Westlich. Da war viel Raum, aber kein Auto.

366 Tage später haben wir sogar wieder eine Hausratsversicherung und das ist nicht ohne eine gewisse Ironie. Denn wir wissen gut, wie problemlos wir auf das meiste verzichten können, was uns nun wieder umgibt. Am Ende ist Leben Erinnerung und nicht Besitz, also brauchen wir eine Versicherung gegen Alzheimer. Aber das geht nicht, die Erinnerungen werden vergehen. Vorher allerdings werden sie noch mit den Jahren immer besser. Und ich weiß zwar heute nicht, wo dafür der Raum herkommen soll, aber ich bin ja offen für Überraschungen.

Wir wünschen Euch frohes neues Jahr und … auf neue Erinnerungen!

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Der Pazifik: was kommt und was geht

Über dem Pazifik zieht der Wind Richtung Osten und nimmt die schweren, mit Wasser gesättigten Wolken mit. Die regnen direkt über Santa Cruz ab oder wenige Kilometer (Die Amerikaner sagen Meilen, aber obwohl eine Meile mehr ist als ein Kilometer, bleibt die Entfernung dieselbe…) weiter im Landesinneren, in den Santa Cruz Mountains. Die sind das Quellgebiet des San Lorenzo Rivers, der die Wassermassen aufnimmt und durch die Innenstadt von Santa Cruz wieder dem Pazifik zuführt. Diese Kombination führt bei starkem Regen zu sehr viel Wasser und dann gibt es für Santa Cruz eine ‘Flash Flood Warning‘ eine Sturzflutwarnung. Wenn dann alles ordentlich eingeweicht ist, bricht kraftvoll die Sonne durch die Wolken, alles fängt an zu dampfen und ist in kurzer Zeit trocken.

Über dem Pazifik zieht die Sonne Richtung Westen und nimmt die letzten Tage dieses Jahres mit. Wir werden mit zu den letzten gehören, die noch im Jahr 2012 sind.

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Fröhliche Weihnachten

Es ist kalt in Santa Cruz, das glaubt einem ja immer niemand, aber es ist so: Kalt. Und regnerisch. Und windisch. Unser kleines Holzhäuschen ist bald Hundert Jahre alt und es schlägt sich tapfer. Leider kann ich dasselbe nicht sagen von dem Apfelbaum unseres Nachbarn, da ist heute vom Sturm ein großer Ast abgebrochen und lehnte an der Stromleitung zu unserem Haus. Also habe ich Pacific Gas and Electric angerufen, der lokale Versorger, Monopolist, unbeliebt. Der Techniker kam, da war der Telefonhörer noch nicht wieder ganz kalt. Es stellt sich heraus, das fragliche Kabel ist Internet, also Comcast und nicht PG&E. “Aber kein Ding, ich schneide Euch das eben frei.” Ich dachte ich höre nicht richtig? “Ja, wo ich doch schon hier bin.” Also legt der Mann sein Gurtzeug an, setzt den Helm auf und löst mit Leiter und Säge das Problem. Es ist Sonntag, es wird schon dunkel, es regnet. Trinkgeld will er nicht. Fröhliche Weihnachten.

Ja, fröhliche Weihnachten. Durch das nun wieder frei schwingende Internetabel Euch allen fröhliche Weihnachten!

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Was ist anders – Die Einteilung der Zeit

Mit meiner ersten Uhr habe ich recht bald auch die beiden Systeme kennengelernt, den Tag in Stunden zu unterteilen, entweder in 24 oder in zwei Mal 12 Stunden. Beide Systeme fand ich grundsätzlich gleichwertig, denn 13:00 Uhr oder 1:00pm sind nur zwei Namen für dasselbe Kind. Leider habe ich nun bemerkt, das das eine Kind nicht ganz so hübsch ist.

Bei der 12 Stunden Einteilung steht p.m. für ‘post meridiem’ also nach Mittag und a.m. für ‘ante meridiem’ oder vor Mittag. Also ist 1pm eine Stunde nach Mittag und 11pm ist elf Stunden nach Mittag, eine Stunde vor Mitternacht. Wenn wir uns also um 12pm treffen, dann treffen wir uns…? Mittags!

12pm ist Mittag und ich glaube, ganz wohl fühlen sich die Amerikaner auch nicht damit, das auf 11am 12pm folgt und nennen diesen Zeitpunkt lieber “Noon”. Alternativ wäre 12:01am eine Minute nach Mittag, würde aber schon im Nachmittag liegen. Das Kind ist auch nicht hübscher.

 

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65 Tage

Es ist kalt geworden in Santa Cruz, Nachts sind es teilweise unter Fünf Grad. Bei den Temperaturen wird es auch im Haus empfindlich kalt und was immer unter der Bettdecke hervorlugt, friert ein und fällt ab. Nach solchen Nächten erwacht am Morgen als erstes und zuverlässig zeit- und thermostatgesteuert die Heizung. Dann geht ein leichtes Zittern durch die Hütte, bevor das Aggregat anfängt, mit beachtlichem Lärm Luft aus dem Flur anzusaugen, über der Gasflamme zu erhitzen und durch ein angeschlossenes Rohrsystem auf dem Dachboden von oben in die verschiedenen Räume zu pusten. Leider ist unser Dachboden selbst nicht isoliert, was konkret bedeutet, dass morgens – wie bei einer kalten Dusche – zunächst die eiskalte Nachtluft aus den Rohren strömt, bevor irgendwann die Warmluft ankommt. Dann allerdings wird es gemütlich.

Tagsüber sind es dann zwischen Zehn und Zwanzig Grad und manchmal regnet es sogar. 31 Inch Regen fallen im Schnitt im Jahr in Santa Cruz, 8 Inch haben wir schon (ein Inch sind etwa 2,5 cm). 365 Tage hat das Jahr in Santa Cruz, an 65 davon fällt messbarer Regen. Einer davon ist heute.

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Winter in Santa Cruz

Winter in Santa Cruz bedeutet Regen. Gelegentlich. Alle paar Tage vielleicht einen Vormittag lang oder auch schon Mal einige Tage hintereinander. Vielleicht regnet es nur, vielleicht aber gallert es auch und dann stundenlang. Dann stehen tiefergelegene Straßen und Highways für einige Stunden unter Wasser und der San Lorenzo River, sonst bestenfalls ein friedliches Bächlein, wird zum reißenden, dutzende Meter breiten Strom. Und ich verstehe endlich, wofür die Amerikaner ihre geländegängigen Spritmonster brauchen: Für die beiden Tage im Jahr, in denen der Mazda-Kleinbus nicht raus will.

Im Garten hat der Regen den sonst betonharten Boden aufgeweicht, Klee bricht durch und was im Sommer braun war wird nun grün. Bis auf einige Bäume, die werden gelb und werfen die Blätter ab. Winter in Santa Cruz scheint eine Mischung zu sein aus deutschem April und deutschem Oktober. Keine Spur von Dezember oder von… da war doch noch was… dieses Fest… wie hieß das noch… war ‘ne größere Sache…

Sommer

 

Winter

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Oscar Niemeyer

Oscar Niemeyer. Ich habe in Berlin viele Jahre direkt neben dem Spitzbein Hochhaus im Hansaviertel gewohnt, das er entworfen hat. Ebenso wie viele andere andere Bauten, zum Beispiel das UN Hochhaus in New York, die öffentlichen Gebäude in Brasilia oder das Copan-Hochhaus in Sao Paulo, das größte Wohnhaus der Welt. Er war “Carioca”, also jemand, der in Rio de Janeiro geboren ist. Er stammte von Deutschen ab und er war mit Fidel Castro befreundet. Während der Militärdiktatur in Brasilien (von 1964 bis 1985) wurde er verfolgt, musste fliehen und fand in Frankreich Asyl.

“Älterwerden ist scheiße.”, soll er gesagt haben. Gestern ist er verstorben, wenige Tage vor seinem 105ten Geburtstag. Er hat seine einzige Tochter überlebt, sie starb im Juni 2012 im Alter von 82 Jahren.

“Oscar Niemeyer, Brasilianer, Architekt. Er lebte unter Freunden und glaubte an die Zukunft.” Das soll auf seinem Grabstein stehen, so hat er sich das gewünscht.

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Neue Idee im alten Land

Nach langer Zeit nun endlich wieder eine frische Idee zur Förderung von Familien und Kindern in Deutschland: Gutscheine für Putzhilfen. Ja, weil wenn bisher der Ehepartner nicht arbeiten gegangen ist, weil es sonst so dreckig aussieht in der Hütte, ja? Dann hilft zukünftig das Familienministerium. Alles ganz einfach, Du gehst zum Amt hin, füllst das Formular aus, weist nach, dass Du Kinder hast und dass es dreckig ist bei Dir Zuhause. Der Antrag wird geprüft, die Situation besichtigt und schließlich wird das Ansinnen bewilligt. Also wieder hin da zu diesem Amt, Gutscheine abholen, immerhin für 90 Euro im Monat. Und dann nur noch eben eine Putzhilfe finden, die bereit ist, die Putzhilfegutscheine zu versteuern. Soweit die neue Idee.

Das BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche (also eigentlich für alle außer Singlemänner im mittleren Alter)) führt eine Liste der 152 familienpolitischen Leistungen für 2009. Ich schätze, dass sie seitdem an einer aktuelleren Version arbeiten, aber das Themengebiet ist natürlich auch von einer gewissen vielschichtig-kurzlebigen Komplexität. Die Liste gibt es: Hier.

Wer Kinder hat, verdient die Unterstützung des Staates.” So schreibt die Ministerin für FSF und J auf ihrer Homepage und wer wollte da widersprechen. Menschen mit Kindern verdienen Unterstützung ebenso wie natürlich auch Menschen in Not, Menschen ohne Arbeit, blinde Menschen, behinderte Menschen, alte Menschen, Menschen, die ein Haus bauen, Menschen, die zur Arbeit pendeln müssen, Menschen, die ein Hotel betreiben, Menschen, die einen Film drehen, Brandwein herstellen oder einen Bauernhof haben, eine Solaranlage bauen oder an Schiffen beteiligt sind.

“Alle Deutschen verdienen die Unterstützung des Staates.” So muss es nämlich eigentlich richtig heissen.

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Whalewatching

Die Buckelwale ziehen jedes Jahr zwei Mal durch die Bucht von Monterey: Im Herbst Richtung Norden und im Frühjahr zurück Richtung Süden. In den Arktischen Gewässern finden sie reichlich Nahrung und in den warmen Gewässern im Pazifik vor Mexiko werden die Jungen geboren.

Die meisten Buckelwale sind schon durchgezogen, aber einige Nachzügler sind noch da.

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