Stay Fuller Longer

Ich hatte Euch ja schon geschrieben, dass zu dem Leben in einem neuen Land auch ein gewisses Maß an neuer Orientierung erforderlich ist. Etwa bei Lebensmitteln. Bei der Frage, was schmeckt und was schmeckt eher nicht, fängt man ganz von vorne an. Natürlich haben wir schon einige Fortschritte gemacht, inzwischen. Dennoch sind auch heute noch gelegentlich so Klopfer dazwischen, wo ich dann regelmäßig versucht bin, dem Filialleiter im Supermarkt sein Produkt links und rechts…

Hier ist so ein Ding, GoLean von der Firma Kashi. Wirbt mit dem Slogan “Stay Fuller Longer”. Das Zeug schmeckt wie Haferflocken mit Sägespähne, Nüssen und Sand. Ich kann mir schon vorstellen, dass das schwer verdaulich ist, wenn überhaupt. Leider hat e. verfügt, dass das aufgegessen wird. Und das ist an uns, der Hund mag es nämlich auch nicht.

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Annette

Vor über 30 Jahren hat sie bei ihrer Doktorarbeit plagiiert und das verjährt in Deutschland nicht. Genauso wie Mord.

Der Doktortitel ist in Deutschland eine todernste Angelegenheit, er wird vor dem Namen genannt und es ist unhöflich, ihn einfach wegzulassen. Nur die Österreicher sind größere Titelhuber. Die Österreicher werden dafür von den Deutschen belächelt und beide zusammen von allen übrigen.

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Anglizis- und Germanismen

Hier sollte eigentlich ein Artikel stehen über einen Sachverhalt, der mir vor vielen Monaten schon aufgefallen ist: Deutsche Worte in der englischen Sprache. “Autobahn” und “Kindergarden” kennen wir alle. Aber es gibt viel mehr und ich habe in liebevoller und kleinteiliger Fleißarbeit eine kleine Sammlung von seltenen sprachlichen Fremdlingen zusammengestellt. Zu meinem Entsetzen alles vergeblich, bei Wikipedia gibt es eine fertige Liste.

Anyway, folgende habe ich auch gesammelt: Gestalt, Zeitgeist, Angst (oft auch German-Angst als Hinweis auf ein sehr Sicherheitsbedachtes Volk), Diktat (oft im Sinne  einer unpopulären Staatlichen Regelung), Doppelgänger, kaput, Kitsch, Bratwurst, Ersatz (oft im Sinne ‘billiger Ersatz’), Gesundheit.

Während Anglizismen in Deutschland das Markenzeichen kleiner Schaumschläger sind, habe ich keine Vorstellung davon, wie umgekehrt Germanismen hier bewertet werden. Ich kann nur für mich urteilen, nach dem Satz “We need to find Gestalt for the project.” hatte ich sofort eine unvorteilhafte Meinung über den Vortragenden. Durchaus vergleichbar eigentlich wie etwa nach dem Satz: “Wir müssen uns noch zu einem follow-up meeting commiten.”

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E.

geht es wieder gut, die Wunde verheilt und das Fell wächst nach, es ist noch ganz kurz und frisch und total ‘fluffy’!

Das Geld für den Tierarzt haben wir gestern bekommen, es ist bar vorbeigebracht worden. Der ‘gegnerische’ Hund war mit dabei und wurde von E. sofort böse angebellt. Sie scheint nicht der Ansicht zu sein, dass sie den Kampf verloren hat. Drei Stunden später hat e. den Besitzer im Supermarkt getroffen, er arbeitet dort an der Kasse.

Anyway. What I ment to tell you is this: Der Hund bekommt unglaublich viel Zuspruch und Aufmerksamkeit von Euch, wenn sie krank ist. Dafür vielen Dank. Nächste Woche werde ich gebissen.

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Kriminalität in den USA

Erinnern wir uns, Problem Nummer 1: unterschiedliche Kultur. Problem Nummer 2: Fokus und Berichterstattung.

Es ist mein persönlicher Eindruck, dass die Amerikaner beim Thema Kriminalität eine andere Erwartungshaltung an den Tag legen. Während in Deutschland “Haustür nur zuziehen” natürlich nicht ausreichend ist, stehen hier die Autos unabgeschlossen am Straßenrand (unser Auto inzwischen auch), die Fenster sind noch auf (regnet ja eh nie), Haustüren lassen sich auch von außen öffnen (unsere steht den ganzen Tag offen), Briefkästen haben kein Schloss, und so weiter. Gleichzeitig ist die Schwelle sehr niedrig, ab der die Ordnungshüter eingreifen: Aggressives Betteln, betrunkenes Herumpöbeln, krakelende Jugendliche führen kurzfristig zum Einsatz der bunten Lichtorgel. Und das ist so gewollt, denn die Polizei unterliegt sehr direkt der demokratischen Kontrolle. Wenn die Bürger nicht zufrieden sind, hat der Polizeipräsident bald keinen Job mehr. Die Bürger bestimmen, wie viele Polizisten für ihre Stadt eingestellt werden, wie sie bezahlt werden und worauf sie achten sollen. In Santa Cruz z. B. ist das Rauchen von Haschisch zwar verboten, aber sehr niedrig priorisiert: Solange man sich seinen ‘Konischen’ nicht auf der Motorhaube des Streifenwagens zusammenbaut, wird vermutlich nicht viel passieren. Soviel zu den kulturellen unterschieden, polemisch zusammengefasst vielleicht so: An den Baum pinkeln ist hier “Crime” (disorderly conduct), in Berlin ist es lokalkolorit.

Fokus und Berichterstattung. Die USA sind ein sehr großes Land und wer darin Gewaltkriminalität sucht, der wird sie auch finden. Detroit soll ein solcher Hotspot sein, ebenso New Orleans und Ihr erinnert Euch sicher auch noch an unsere Berichte aus Memphis. Der Verfall amerikanischer Großstädte ist ein spannendes Thema und wen interessiert schon, dass es in Geschäften in den USA praktisch nie ‘Warensicherungssysteme’ gibt?

Wie sieht es denn nun statistisch aus. Eine gerne verglichene Zahl ist die Mordrate pro Jahr bezogen auf jeweils 100.000 Einwohner, oft versehen mit dem Hinweis, die ‘homicide rate’ sei in den USA mit 4,8 fünf Mal höher als die Mordrate in Deutschland mit 0,8 [z. B. hier]. ‘Homicide’ bedeutet aber ‘Tötungsdelikt’ und umfasst sowohl Mord (Murder) als auch Totschlag (Manslaughter). Und Totschlag ist in der deutschen Statistik nicht enthalten. In Deutschland sind 2011 723 Menschen ermordet worden oder 0,88 pro 100.000 Einwohner. Dazu kommen 1.451 Totschlagverbrechen oder 1,77 pro 100.000 Einwohner. In der Summe sind wir damit schon bei 3,53 Tötungsdelikten je 100.000 Einwohner. Und das ist nur der Anfang einer ausufernden Diskussion darüber, was genau ein Tötungsdelikt ist, bis hin zur Notwehr, Sterbehilfe oder Abtreibung. Fazit: Die Amerikaner unterscheiden nicht großartig und die Deutschen weisen nur die Fälle aus, in denen niedere Motive nachgewiesen werden können. Im Grunde ein weiteres Beispiel für unterschiedliche Kulturen und falsche Rückschlüsse.

Um diesem Beitrag hier abschließend noch eine freundlichere Wendung zu geben: Kriminalität ist in beiden Ländern auf dem Rückzug, Leben wird  immer sicherer. Mir gefällt dazu die Begründung, das läge an der alternden Bevölkerung in den Industrieländern. Und das leuchtet doch ein, wer einen Rollator schiebt, baut nicht eben noch ein Autoradio aus.

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Stress im Park

Bevor wir uns nun der Kriminalität unter Menschen widmen ein kurzer Exkurs zu Gewalt unter Tieren. E. ist im Park von einem Staffordshire Terrier Mischling gebissen worden. Das sieht jetzt schlimmer aus als es ist, sie hat zwei kleine Löcher von den Eckzähnen. Aber es bedient trotzdem die gängigen Vorbehalte gegen Listenhunde. Der Besitzer kommt nächste Woche vorbei und bezahlt unsere Tierarztrechnung. Und hier noch E., großflächig kahlrasiert:

In dem Zusammenhang bin ich auf eine Idee gekommen, wie wir machen können, dass keine Hundehaare mehr in der Wohnung sind. Ich habe für die Idee sehr viel Ärger bekommen.

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Und? Wie sind die so, die Ammis?

Nach einem Artikel in der FAZ ist Barack Obama bei den Deutschen der bisher beliebteste Präsident der Vereinigten Staaten, beliebter noch als John “Ich bin ein Berliner” Kennedy. Gleichzeitig sei das Ansehen der USA in Deutschland auf einem Tiefpunkt und die Meinung vieler Deutscher sei geprägt von stereotypen Vorurteilen, so der Artikel.

Ich glaube, dass es in der Wahrnehmung der USA durch Deutsche zwei zentrale Probleme gibt:

Das erste Problem ist, dass die Amerikaner den Deutschen ähnlich genug sind. Ähnlich genug für die vereinfachende Annahme, die Amerikaner seien “gleich”, einfach eben ausgemusterte Europäer und vielfach Deutsche. Während natürlich Japan oder Indonesien eigene Kulturen haben, in denen vieles anders läuft, gilt diese Annahme für die USA oft nicht. Überhaupt ist die Idee einer eigenen US-Amerikanischen “Kultur” für viele Deutsche eine belustigende Vorstellung und daher hier zu Recht in Anführungszeichen gesetzt. Aber die Annahme ist falsch und führt zu falschen Rückschlüssen. Beispiel: Nach dem Essen im Restaurant kommt sofort und unaufgefordert die Rechnung, unser deutscher Gast reagiert verärgert: “Was soll das, will die uns loswerden?”

Das zweite Problem ist die wirtschaftliche, politische und auch kulturelle Stellung der Vereinigten Staaten in der Welt und die kritische Aufmerksamkeit, die damit einhergeht. Die Vereinigten Staaten haben Gewicht und bringen das auch oft ein. Das schafft Raum für alle möglichen Bewertungen. Ähnlich übrigens, wie auch die Deutschen Reaktionen erhalten auf ihre Einflussnahme auf die Probleme in Europa. Da sei einmal vollkommen dahingestellt, ob eine solche Einmischung überhaupt gerechtfertigt ist und ob sie zu guten oder schlechten Ergebnissen führt.

Nach dem eingangs erwähnten Artikel jedenfalls verbinden Deutsche folgende Eigenschaften mit den USA: Viel Kriminalität; Schöne Landschaften; Große soziale Ungerechtigkeiten; Viel Stress; Viel Oberflächlichkeit; Wenig Tradition; Geringe Bildung; Wenig Kultur; Eine Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

Tja, an die Themen müssen wir wohl nochmal ran…

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We the People

Barack Obama ist als Präsident der USA für die zweite Amtszeit vereidigt worden. In seiner Rede bemühte er mehrfach die Worte “We the people” aus der Präambel der Amerikanischen Verfassung. Wir, das amerikanische Volk; wir, die amerikanische Nation; wir Amerikaner. Das klingt vielleicht nach viel Pathos. Aber das vereint die Bürger dieses Landes über alle Bundesstaaten und alle ethnischen Unterschiede: Ohne Zweifel sind sie alle Amerikaner. Es ist eine junge Nation aber eine alte Demokratie. Eine stabile Demokratie und eine mächtige Nation. Dabei sind es gar nicht mal so viele, etwa 315 Millionen Menschen leben auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten im Vergleich zu über 500 Millionen auf dem Gebiet der Europäischen Union. Einigkeit macht stark. Gibt es ein “Wir, die Europäer”?

Barack Obama ist anlässlich seiner Vereidigung vom Deutschen Bundespräsidenten nach Deutschland eingeladen worden. Die Deutsche Bundeskanzlerin hatte eine solche Einladung schon 2008 ausgesprochen. Aber vielleicht klappt es ja diesmal.

We the People of the United States, in Order to form a more perfect Union, establish Justice, insure domestic Tranquility, provide for the common defence, promote the general Welfare, and secure the Blessings of Liberty to ourselves and our Posterity, do ordain and establish this Constitution for the United States of America.
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Die Elefanten sind angekommen

Genauer: Die See-Elefanten, oder Elephant Seals. Sie sind am Ano Nuevo State Park eingezogen wo – wir erinnern uns – schon seit letztem Jahr die Weibchen warten. Der Park ist nun für die Öffentlichkeit gesperrt. Ausgenommen sind Wissenschaftler, Park Ranger und freiwillige Helfer des Parks, die weiter in den Park dürfen. Und dabei eine Gruppe von 10 Freunden herumführen dürfen. Und in einer Gruppe waren zwei von den Freunden Eure beiden West-Coasties e. and Tikay.

An einer Stelle wurde unsere Park Rangerin nervös, als zwei Männchen, massige Tiere anfingen aufeinander loszugehen und drohten uns den Rückweg abzuschneiden. Aber ist alles gutgegangen. Sonst würd ich ja jetzt hier nicht am PC hocken.

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Muss man ständig alles anpassen? Gibt es keine Dinge die einfach gut sind und nicht immer weiter “verbessert” werden müssen, nein? Ich habe jetzt eine halbe Stunde gebraucht dieses bekiffte Video hier einzubinden. Und warum? Weil es auf dieser Welt Menschen gibt, die sich nicht in die Lage anderer hineinversetzen können. Und die nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen, als ständig alles zu ändern. Mögen die Luschen am anderen Ende doch sehen, wie sie damit klarkommen. Von der Zahnpasta über Autos bis hin zu der WordPress-Blog-Software, immer wieder alles neu und anders. Aus lauter Langeweile.

Ich werde alt.

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Surfen I

After all this is surf city, there is no two ways about it. Wer das gesagt hat, das wisst Ihr ja. Aber was weiter passierte, das war noch offen. Ich will Ergebnisse und Erfahrungen vorwegnehmen. Eine Erfahrung war, dass Surfbretter ziemlich schwer sind. Jedenfalls die großen für die Anfänger. Ein Ergebnis war, dass ich das schwere Ding kilometerweit über den Strand geschleppt habe, um von der Verleihstation zum Baby-Surfspot zu kommen. Ein anderes Ergebnis war, dass ich mir den Fuß zwischen zwei Surfbrettern geklemmt habe, weil weder ich noch mein Unfallgegner richtig lenken konnten. Es hat etwas geblutet aber ich habe das nicht bemerkt, weil das Wasser so kalt war und ich kein Gefühl in den Füßen hatte. Der Rest des Körpers steckte im dicken Neoprenanzug und da ist kaltes Wasser kein Thema. Einen Nachteil allerdings haben diese Anzüge und zwar machen die aus kleinen Röllchen richtig dicke Dinger.

I will keep you posted!

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